Linux mit USB3.0

Linux mit USB3.0

Welche Möglichkeiten bietet Linux für Bildverarbeiter?

Bisher wurden viele Bildverarbeitungssysteme mithilfe Windows-basierter Systeme entwickelt, da die Mehrheit mit diesen vertraut ist. Viele Anwender wechseln inzwischen aber zu Linux, um von reduzierten Systemkosten, flexibleren Umsetzungen sowie dem geringen Speicherplatz, den Linux-Betriebssysteme benötigen, zu profitieren.
Es gibt bereits zahlreiche Linux-Distributionen. Diese erlauben es, genau das System auszuwählen und (individuell) anzupassen, das den eigenen Zwecken am besten genügt, z.B. Ubuntu aufgrund seiner Beliebtheit, Red Hat aufgrund seines Firmenlevel-Supports oder openSuse wegen seines Windows-ähnlichen Interfaces.

Wie wird USB3.0 in Linux unterstützt?

Linux bietet seit vielen Jahren Unterstützung für USB2.0- und IEEE1394-Kameras, vor allem in Embedded-Systemen. Im Jahr 2009 wurde auch der USB3.0-Support eingeführt. 2012 veröffentlichte Ubuntu die Version 12.10, die auf Kernel v3.5 basiert und Unterstützung für Geräte mit hoher Bandbreite, wie z.B. Kameras, bietet. Mit Stand 14. Februar 2013 ist das Ubuntu-Langzeit-Release 12.04.2 zurückportiert und enthält nun ebenfalls Kernel v3.5. Diese Kernel-Version bietet die zugrundeliegende Infrastruktur, die Kamerahersteller und Software-Anbieter benötigen, um USB3.0- und USB3-Vision-Kameras zu entwickeln und zu supporten. Damit können Anwender auf dieser Linux-Version standardisieren, ohne sich um Verfügbarkeit sorgen zu müssen. Treiberunterstützung für USB3.0 unter Linux wird via libusb geboten. Diese Open Source-Bibliothek wurde entwickelt, um Anwendungen einfachen Zugriff auf USB-Geräte zu ermöglichen. Auch der Hardware-Support für USB3.0 ist häufig verfügbar. Sowohl Intel als auch AMD bieten USB3.0-Support mit ihren Chipsätzen. Die meisten neuen Systeme kommen also bereits mit eingebauter USB3.0-Hardware auf den Markt. Nutzer, die kein USB3.0-fähiges Motherboard haben, können dieses Interface mithilfe einer PCI Express USB3.0-Karte integrieren.

Wo sind die Vorteile von Linux?

Der Open Source-Charakter von Linux gibt Nutzern die Möglichkeit, ein auf ihre Anforderungen zugeschnittenes System entweder auszuwählen oder selbst zu gestalten. Anwender können eine kommerzielle Linux-Lösung eines OEMs wählen oder ihre eigene entwickeln und auf Maximalleistung optimieren. Linux-Systeme können modifiziert werden, um Boot-Zeiten, Hardware-Auslastung und Stromverbrauch zu reduzieren. Diese Anpassungsfähigkeit hilft, Systemkosten zu reduzieren – bei gleichzeitiger Verbesserung der Effizienz und Leistung. Viele Linux-Distributionen haben mehrere Releases pro Jahr mit Updates, Bugfixes und verbesserter Systemsicherheit. Die Interoperabilität der verschiedenen Systeme befreit den Nutzer außerdem von der Bindung an einen festen Partner. Linux-Systeme können Leistungs-optimiert werden und verbrauchen weniger Hardware-Ressourcen. Dies erlaubt das Design kleinerer und leistungsfähigerer Systeme wie z.B. mobile 3D-Scanner oder andere Embedded Vision Anwendungen.

Was ist beim Wechsel auf Linux zu beachten?

Die Integration von Linux erfordert spezifisches Fachwissen. Dies kann anfangs, verglichen mit dem Aufbau einer Win-dows-Anwendung, die Kosten erhöhen. Dennoch können die Kosten für die Umsetzung, durch die langfristigen Vorteile der Umstellung auf Linux ausgeglichen werden. Im individuellen Fall muss eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, um die Eignung von Linux für die eigene Anwendung zu prüfen.

Wie sieht es mit der Unterstützung von Linux-Systemen aus?

Es gibt eine Vielzahl von Linux-Distributionen, jede mit unterschiedlichen Entwicklungs-Teams und Release-Zyklen. Diese Vielfalt erschwert es Kamera- oder Software-Herstellern, alle Distributionen zu unterstützen. Point Grey hat sich entschlossen, Long Term Support (LTS)-Versionen von Ubuntu zu unterstützen, das von Canonical bis zu fünf Jahre unterstützt wird.

Wird Linux von Software- Herstellern unterstützt?

Linux wird von Bildverarbeitungssoftware-Paketen wie Halcon oder der Matrox Imaging Library unterstützt. Andere Open Source Pakete wie OpenCV sind auch für Linux-Nutzer verfügbar, die ihre eigenen Linux-Anwendungen entwickeln wollen. Bilderfassungs-Software wie FlyCapture2 SDK von Point Grey ermöglicht es den Nutzern, ihre Anwendungen in C oder C++ zu programmieren und sowohl auf Windows- als auch auf Linux-Systemen bereitzustellen.

Wie sieht die Zukunft von Linux in der Bildverarbeitung aus?

Dadurch, dass Linux auch auf Low-Power-Embedded-Systemen mit ARM-basierten Prozessoren läuft, ergeben sich viele Möglichkeiten, kompakte Vision-Systeme mit hohem Datendurchsatz wie z.B. tragbare 3D-Scanner, Vermessungs- oder Mikroskopie-Systeme, zu entwickeln.

Thematik: Allgemein
Ausgabe:
Point Grey Research, Inc.
www.ptgrey.com

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