Mehr als ein Insidertipp

Interview mit MaxxVision zur HikVision Kooperation

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MaxxVision kooperiert mit Hikvision

Seit Jahresbeginn steht die Kooperation zwischen dem Stuttgarter Machine Vision Distributor MaxxVision und einem der weltweit größten Kamerahersteller der Hangzhou Hikvision Digital Technology (Hikvision) aus China. Um herauszufinden, wie es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist und wer genau Hikvision eigentlich ist, hat inVISION bei Sayed Soliman, Geschäftsführer und Gründer von MaxxVision, nachgefragt.

Das Machine-Vision-Portfolio von Hikvision umfasst neben klassische Flächenkameras auch Zeilenund Board-Level-Kameras, sowie Objektive, Smart-Kameras, ID-Reader und 3D-Sensoren. (Bild: MaxxVision GmbH)

Seit Anfang des Jahres haben Sie die Produkte der chinesischen Firma Hikvision im Programm. Könnten Sie uns bitte kurz die Firma vorstellen.

Sayed Soliman: Hikvision ist einer der größten Kamerahersteller der Welt. Die Firma wurde 2001 gegründet und hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, die Nummer 1 im CCTV-Bereich zu werden. Der Jahresumsatz 2017 betrug 6,5Mrd. $. Von den ca. 25.000 Mitarbeitern arbeiten über 10.000 Ingenieure alleine im Bereich R&D. Diese Zahl verdeutlicht die technischen Kapazitäten des Unternehmens. Hikvision investiert zudem jedes Jahr fast 10% seines Erlöses in den Bereich R&D.

Inwiefern profitieren Ihre Kunden von der technischen Stärke des Unternehmens?

Soliman: Auf der einen Seite findet eine permanente Erweiterung des Portfolios an Standard-Komponenten statt. Jedes Quartal stellt Hikvision eine neue Roadmap vor, die neue Anforderungen und Marktsituationen berücksichtigt. Auf der anderen Seite kann man dank seiner Manpower und des technischen Know-hows der Entwicklungsingenieure auch komplett individuelle Lösungen, z.B. kundenspezifische Kameras, innerhalb kurzer Zeit zur Serienreife bringen. Zudem hat Hikvision ein sehr strenges Qualitätsmanagement und unternimmt größte Anstrengungen, um den hohen Bildverarbeitungsstandards gerecht zu werden. Die Produkte sind mit allen branchenüblichen Zertifizierungen konform. Fast alle Kameras haben 36 Monate Garantie und unterstützen den EMVA 1288 Standard.

Gibt es neben den technischen Aspekten auch wirtschaftliche Vorteile?

Soliman: Auch hier ist die Größe des Unternehmens der entscheidende Faktor. Hikvision ist einer der weltweit größten Kunden von Sony Sensoren und hat generell einen enormen Bedarf an elektronischen Bauteilen. Diese Kostenspareffekte ermöglichen es, mit sehr wettbewerbsfähigen Preisen an den Markt zu gehen. Nichtsdestotrotz ist es nicht unser primäres Ziel, über den Preis zu verkaufen.

Welche Produkte hat Hikvision für den Bereich Bildverarbeitung?

Soliman: Was Industriekameras angeht, beinhaltet das Portfolio klassische GigE-Vision- und USB3-Vision-Flächenkameras bis 29MP bzw. 814fps. Davon ist ein Großteil mit Sony Pregius Sensoren ausgestattet, aber auch Onsemi-, Aptina- und Sharp-Sensoren sind in den Kameras integriert. Hinzu kommen Zeilenkameras mit GigE-Vision-Schnittstelle sowie Board-Level-Kameras auf USB3-Vision-Basis. In Kürze folgen eine 25MP-Kamera mit 10GigE-Interface und CameraLink-Modelle. Außerdem produziert Hikvision entozentrische und telezentrische Objektive. Smart-Kameras, ID-Reader und 3D-Sensoren runden das Machine-Vision-Portfolio ab.

Umfasst das Kamera-Angebot nur Standard-Bildverarbeitungskameras, oder auch Produkte für den High-End-Bereich?

Soliman: Die 29MP GigE-Kameras aus dem aktuellen Portfolio und eine 43MP-CameraLink-Kamera, die bereits in China verfügbar ist und auch für den europäischen Markt geplant ist, fallen sicherlich in den Bereich High-End. Genauso wie die 25MP-Kameras mit 10GigE-Vision-Interface und Onsemi Phyton Sensoren, die bereits Mitte März auf der Vision Show in Shanghai vorgestellt wurden. Zudem kommt im Herbst eine Smart-Kamera mit dem hochwertigen Intel Movidius Chip auf den Markt.

Wie kommt es, dass Hikvision in seiner intelligenten Kamera bereits den Movidius Chip integriert hat?

„Der Jahresumsatz 2017  von Hikvision betrug 6,5Mrd.$. Von den ca. 25.000 Mitarbeitern arbeiten über 10.000 Ingenieure alleine
im Bereich R&D“
Sayed Soliman, MaxxVision (Bild: MaxxVision GmbH)

Soliman: Zwischen Hikvision und Intel besteht eine strategische Partnerschaft im Bereich der Kamera- und Vision-Industrie. Für die 2nd Generation seiner Smart Kamera war es daher naheliegend für Hikvision, Intels leistungsstarken Movidius-Chip mit integrierter Deep-Learning-Technologie zu implementieren. Dieser ermöglicht sehr hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten, von denen z.B. Deep-Learning- oder Code-Reading-Anwendungen stark profitieren.

Wieso vertreiben Sie die Hikvision Produkte in Deutschland und nicht Hikvision selbst?

Soliman: Trotz seiner Größe und Dominanz im CCTV-Bereich war Hikvision unter den Bildverarbeitern bis dato nur Insidern bekannt. Die Strategie des Unternehmens ist es, die lokalen Märkte – in unserem Fall das DACH-Gebiet – über etablierte Player zu bearbeiten, die direkten Support vor Ort anbieten können und die Anforderungen des hiesigen Bildverarbeitungsmarktes kennen. Nicht zuletzt sind wir durch unsere Vielzahl an Bildverarbeitungskontakten ein idealer Kanal für Hikvision.

MaxxVision ist letztes Jahr von der schwedischen Aktiengesellschaft Indutrade übernommen worden. Was hat es damit auf sich?

Soliman: Um das Wachstum des Unternehmens für die Zukunft zu sichern, war eine strategische Kooperation mit einem finanzstarken globalen Partner notwendig. Die Eingliederung in das Indutrade-Netzwerk ermöglicht uns den Zugang zu finanziellen Ressourcen, die wir gegebenenfalls auch für Akquisitionen nutzen werden.

Thematik: inVISION 2 2018
Ausgabe:
MaxxVision GmbH
www.maxxvision.com

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