
Die Generic Feature Access-Initiative zielt darauf ab, die Implementierung von Bildverarbeitungssystemen zu vereinfachen, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und eine breitere Kompatibilität von eingebetteten Systemen und heterogenen Gerätearchitekturen zu gewährleisten. Es wurde entwickelt, um den Aufwand für die Integration von Bildverarbeitungsgeräten in Softwaresysteme zu reduzieren. Dazu bietet das neue Standard-Modul mehrere Vorteile, beginnend mit niedrigeren Einstiegshürden für Anbieter:
- Hersteller mit bestehenden Geräte-APIs können über GenFeA am GenICam-Ökosystem teilnehmen, ohne XML-Dateien erstellen und pflegen zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft für Unternehmen, die aus angrenzenden Bereichen wie Embedded Vision in den Bildverarbeitungsmarkt einsteigen.
- Zudem ermöglicht GenFeA eine vereinfachte Integration für Softwareentwickler, da die Gerätekonfiguration mit einer einfachen C API durchgeführt werden kann, ähnlich wie bei der bereits für die Bildübertragung verwendeten GenTL-Schnittstelle. Das reduziert die Komplexität der Entwicklung und ermöglicht eine schnellere Integration.
- Außerdem bietet das neue GenICam-Modul Unterstützung für modulare Systemarchitekturen. GenFeA ermöglicht die Kombination von Komponenten verschiedener Anbieter, wie Kameras, Objektivsteuerungen und Bildsignalprozessoren, zu einem zusammenhängenden System. Diese Modularität unterstützt skalierbare und flexible Lösungen.
- Schließlich bietet GenFeA eine verbesserte Kompatibilität mit neuen Technologien. Geräte wie embedded Kameras oder softwaredefinierte Komponenten lassen sich nun leichter in das GenICam-Ökosystem integrieren.
Von Embedded Systems hin zu komplexen Umgebungen
Das GenFeA-Modul adressiert alle oben beschriebenen Herausforderungen und bietet eine anpassungsfähige Methode zur Beschreibung und zum Zugriff auf Gerätefunktionen. Es unterstützt sowohl standardisierte als auch herstellerspezifische Funktionen und fokussiert sich auf das Vorhandensein und Verhalten von Features, ohne Implementierungsdetails vorzuschreiben. Außerdem können Anbieter so das Parsen von XML zur Laufzeit vermeiden, während XML intern weiterhin unterstützt wird, wenn dies gewünscht ist. Dadurch bleibt die Kompatibilität mit der GenICam Standard Feature Naming Convention erhalten, was die Konsistenz zwischen Geräten und Schnittstellen gewährleistet. Dieser Ansatz macht GenFeA für eine Vielzahl von Anwendungen interessant, von relativ einfachen Embedded Systemen bis hin zu komplexen industriellen Umgebungen.

Status der Implementierung
Um die Modul-Einführung zu unterstützen, entwickelt die GenICam-Arbeitsgruppe derzeit eine Wrapper-Bibliothek namens FeAForGenApi. Diese gemeinsam genutzte Software-Bibliothek stellt die GenFeA-Schnittstelle zur Verfügung und stützt sich intern auf die bestehende GenICam-Referenzimplementierung (GenApi). Sie bietet Zugriff auf dieselben Funktionen wie GenApi, jedoch über eine vereinfachte und leichter zugängliche Schnittstelle. Diese erste Implementierung bietet eine praktische Möglichkeit, mit GenFeA zu arbeiten. Sie ermöglicht es Entwicklern, von der neuen Schnittstelle zu profitieren, ohne die bestehende Infrastruktur ersetzen zu müssen.
Fazit
GenFeA bietet eine strukturierte Lösung für bereits lange bestehende Herausforderungen bei der Integration von Bildverarbeitungssystemen. Durch die Reduzierung von Komplexität und die Unterstützung von Modularität ermöglicht es eine optimierte Entwicklung und eine breitere Akzeptanz von Visiontechnologien. Für Entscheidungsträger bietet GenFeA eine Gelegenheit die Interoperabilität zu verbessern, den Entwicklungsaufwand zu reduzieren und Innovationen über eine Vielzahl von Plattformen und Branchen hinweg zu unterstützen.
www.emva.org
*Der GenICam-Standard wird von der EMVA gehostet.














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