3D im Härtetest

Wo sind Einsatzbereiche?

Taubert: Gaming ist einer der wichtigen Bereiche, in dem Technik bereits vielfältig eingesetzt wird: Von Gestensteuerung der Spielfiguren über personalisierte Avatare durch Scanning sind viele Anwendungsgebiete möglich. Ein weiteres Einsatzfeld sind Videokonferenzen: Im Business-Meeting ist es möglich die Teilnehmer durch Wegnehmen des Hintergrundes größer zu machen und so ihre Gestik und Mimik besser zu verstehen. Im privaten Umfeld kann ich einen lustigen Hintergrund einsetzen – beispielsweise könnte ich den Skype-Call vom Meeresboden aus führen und Fische an mir vorbei schwimmen lassen. Diese Szenarien lassen sich mit Front-Facing-Kameras gut umzusetzen. Es gibt allerdings Unterschiede im Detailreichtum beim Einsatz von Sensoren in höheren Preisbereichen. Im Rear-Bereich funktionieren die Measurement-Szenarien für den Consumer-Einsatz durchaus gut. Es wären sogar bestimmte Einsatzszenarien im Low-Cost-Bereich in der Industrie denkbar. 2016 wird die Kamera zum ersten Mal als Stand-Alone-Produkt im Handel verfügbar sein. Wir hoffen, dass wir in Zukunft auch die Rear-Facing-Kamera einzeln anbieten können – Einsatzmöglichkeiten gäbe es viele.

Hranitzky: Hauptsächlich stammen unsere Kunden aus dem Bereich Objekterkennung/-zählung, also z.B. das Personenzählen oder das Zählen von Fahrzeugen, und das unter Outdoor-Bedingungen. Ein weiterer Bereich, der sehr gut läuft, ist Automotive, z.B. der Einbau von ToF-Kameras in Fahrzeugen zur Detektion von Menschen, aber auch im Bereich Umfeldanalyse werden sie mittlerweile eingesetzt. Immer noch forschungslastig ist die Roboter-Integration.

Ferrano: Das System ist noch relativ neu auf dem Markt, aber wir haben bereits viele Anfragen, die wir derzeit evaluieren. Ein Beispiel ist die Medizintechnik: Dort soll der Patient, bevor er durch eine Röhre durchfährt, auf eine bestimmte Achse ausgerichtet werden. Hier setzen wir unsere Kamera ein, damit wir die genaue dreidimensionale Lage des Patienten bestimmen. Weitere Anwendungen sind natürlich das Greifen von Paketen z.B. von einem Band.

Wo sehen Sie im industriellen Bereich Möglichkeiten für Structured Light?

Taubert: Ein mögliches Einsatzgebiet wären Workstations, die von vielen Mitarbeitern genutzt werden. Der durch den Login-Prozess entstehende Zeitverlust ließe sich so deutlich verringern. Ein weiteres Szenario wären Aufzüge. Die Techniker könnten sie derart programmieren, dass sie Personen erkennen und auf Grundlage bestimmter Charakteristika Aufzug-Fahrten priorisieren. Verallgemeinert lässt sich sagen: Überall dort, wo Mensch involviert sind, können wir Hilfestellung geben.

Wie viele Bilder/Sekunde nehmen die Geräte?

Hranitzky: Je nach Anwendung sind bereits 100fps machbar.

Taubert: Je nach Camera und Auflösung 60-90FPS.

Ferrano: Die Kamera schafft 25fps bei nur 5% CPU-Last.

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Matrix Vision GmbH
www.matrix-vision.de

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