Gesteigerte Kompatibilität

Gesteigerte Kompatibilität

Vision Standards: Austauschbarkeit oder Kompatibilität?

Mit dem Aufkommen von Machine Vision Standards hat sich die Industrie in einer nie dagewesen Weise auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Daraus entstanden in den letzten Jahren mit GenICam, GigE Vision oder USB3 Vision generische Schnittstellen für den Einsatz von Industriekameras mit einheitlichen Funktionsnamen und definiertem Feature-Umfang. Die Austauschbarkeit und vollständiges Plug&Play von Geräten werden dabei als wesentliche Merkmale hervorgehoben. Aber sind das wirklich die ausschlaggebenden Faktoren zur Realisierung einer Anwendung?

 Durch die Schnittstellenstandardisierung entstehen für Applikationen mehrere Möglichkeiten Machine-Vision-Standard-Kameras zu nutzen. (Bild: IDS Imaging Development Systems GmbH)

Bild 1 | Durch die Schnittstellenstandardisierung entstehen für Applikationen mehrere Möglichkeiten Machine-Vision-Standard-Kameras zu nutzen. (Bild: IDS Imaging Development Systems GmbH)

Ist der vollständig generische Lösungsansatz für jede Applikation der richtige? Das kommt darauf an. Um eine erfolgreiche Anwendung zu erstellen, kann die Hersteller-Austauschbarkeit durchaus ein großer Vorteil sein. Fest steht aber, dass die Erhaltung dieses Vorteils an Bedingungen geknüpft ist, die beim Aufbau einer Anwendung erst erarbeitet und zwingend einzuhalten sind. Die Entwicklung von Machine Vision Komponenten unter Einhaltung der Festlegungen der Vision-Standards ist hingegen so wichtig, um in mehr Anwendungen als zuvor zum Einsatz zu kommen. Für die Hersteller ist das anzustrebende Ziel damit eher eine ´gesteigerte Kompatibilität´, die durch die Nutzung der Standard-Vision-Protokolle automatisch gegeben ist. Die Standardisierung seitens AIA und EMVA stellt einen wichtigen Schritt dar, dem Interface Wirrwarr im Vision Umfeld Einhalt zu gebieten. Nichts desto trotz lassen die Standards den Herstellern genügend Raum für die Implementierung zusätzlicher, spezifischer Features außerhalb der SFNC, um eine Abgrenzung der Anbieter untereinander zu ermöglichen. Mit der Nutzung dieser herstellerspezifischen Feature-Sets ist ein Herstellerwechsel u.U. nicht ohne Softwareanpassungen möglich. Auch bei der Programmierschnittstelle bieten proprietäre Ansätze im Vergleich zu GenICam durchaus ein höheres Maß an Komfort und Benutzerfreundlichkeit durch den Einsatz von Convenience-Funktionen, die es im Vision Standard nicht gibt. Die Hersteller von Industriekameras wissen das und bieten deshalb oftmals eigene Programmierschnittstellen an, die aber auf standardisierten Interfaces basieren. Bleibt eine Anwendung durch die Nutzung dieser proprietären Standards trotzdem herstellerübergreifend kompatibel oder sollte man dafür ausschließlich auf die Standardschnittstellen setzen? Um die Anforderungen einer Anwendung sicher umzusetzen, sollten auch wichtige Details der generischen Systemlösung bekannt sein und im richtigen Maß eingesetzt werden.

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Thematik: inVISION 2 2018
Ausgabe:
IDS Imaging Development Systems GmbH
www.ids-imaging.com

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