
Die industrielle Automatisierung verändert sich stetig. Werkstücke werden geometrisch komplexer, Varianten vielfältiger und Produktionslose kleiner. Gleichzeitig steigt der Druck, Prozesse stabil und flexibel zu halten. Klassische optische Sensorik erreicht in diesem Umfeld zunehmend ihre Grenzen, besonders wenn Lagevarianten, wechselnde Materialzustände oder variable Zuführungen ins Spiel kommen. Auch Kamera-basierte Systeme liefern nicht immer verlässliche Ergebnisse, etwa bei schwankenden Kontrasten, stark reflektierenden Oberflächen oder instabilen Lichtverhältnissen. In vielen Anwendungen entsteht daher der Bedarf, die Stärken von Kameras und optischen Sensoren zu kombinieren, um Körper ganzheitlich über ihr Volumen bewerten zu können. Dem steht jedoch oft der Integrationsaufwand klassischer 3D-Vision-Systeme gegenüber, die spezielle Peripherie und Software erfordern. Gefragt sind daher Lösungen, die die Vorteile echter 3D-Daten mit der Einfachheit industrieller Standardsensorik verbinden. Genau hier setzt der neue Dtect Object 3D von Sensopart an.
3D-Technologie neu gedacht
Der Dtect Object 3D kombiniert die robuste Abstandsqualifikation klassischer (Abstands-)Sensoren mit der Flexibilität moderner Kameratechnologie. Das Ergebnis ist ein kompakter Sensor, der Objekte volumenbasiert bewertet und direkt im Gerät als Gut oder Schlecht klassifiziert. Eine externe Software ist nicht erforderlich, und die Integration erfolgt so einfach wie bei einem Standardsensor. Die 3D-Erfassung basiert auf Stereo-Vision mit strukturierter Infrarotbeleuchtung. Ein definiertes Lichtmuster wird auf das Objekt projiziert und aus zwei Blickwinkeln aufgenommen. Daraus entsteht ein Tiefenbild, das sowohl Form, als auch Volumen abbildet. Da die Aufnahmen nach dem Snapshot-Verfahren erfolgen, arbeitet der Sensor auch bei bewegten Objekten zuverlässig. Mit 100fps unterstützt er dynamische Prozesse in modernen Produktionslinien. Die Auswertung erfolgt vollständig volumetrisch und der aktuelle Ist-Zustand wird mit eingelernten Referenzen verglichen. Das Ergebnis gibt der Sensor als binäres Schaltsignal aus. Die Detektion ist dabei unabhängig von Objektlage und Position in der Ebene.
Typische Anwendungen
- Auffüll- und Anwesenheitskontrolle: Ein Kernanwendungsfall ist die Überwachung von Förderbändern oder Rundtellern. Der Sensor erkennt zuverlässig, ob sich Teile im Erfassungsbereich befinden oder ob die Zuführung leer zu laufen droht. Das Sichtfeld kann exakt an die Breite des Förderbands angepasst werden. Da die Detektion volumenbasiert arbeitet, spielen Oberflächenreflexionen oder Farbkontraste keine Rolle. Durch die Begrenzung des Tiefenbereichs lässt sich die Stabilität weiter erhöhen.
- Lage- und Orientierungsprüfung: In Vibrations- oder Wendelförderern bestimmt der Sensor die Orientierung von Zahnrädern oder ähnlichen Bauteilen. Falsch orientierte Teile werden sicher identifiziert und können rückgeführt werden. Da das Sichtfeld gezielt auf relevante Bereiche eines Bauteils eingeschränkt werden kann, ist keine Vereinzelung des Schüttguts notwendig.
- Vollständigkeitskontrolle: Der Dtect Object 3D prüft farbunabhängig, ob Trays, Boxen oder Baugruppen vollständig bestückt sind. Ob Verpackungen, Ohrstöpsel oder Kleinteile produziert werden, spielt keine Rolle. Das Sichtfeld lässt sich exakt auf die Abmessungen des Behälters abstimmen. Eine optional getriggerte Aufnahme erlaubt es außerdem, Prüfungen exakt im gewünschten Moment auszulösen.

Mit der Markteinführung des Dtect Object 3D stellt SensoPart auch seine optische Sensorfamilie neu auf. Die inVISION hat mit Lee-Ann Mistry, Produktmanagement Sensorik, über die Hintergründe gesprochen.
Frau Mistry, wie ordnet sich der Dtect Object 3D in die Gesamtstrategie bei SensoPart ein?
Der Dtect Object 3D ist unser neuestes Produkt und gehört für uns ganz klar in den Bereich der Sensorik und damit in die neue Dtect-Produktfamilie. Wir bündeln darin ganz neu alle unsere optischen Sensoren für die Industrieautomation. Mit dieser neuen Struktur schaffen wir eine übersichtliche Produktwelt, in der sich sowohl Neu- als auch Bestandskunden deutlich schneller zurechtfinden.
Was verbindet die Dtect-Familie?
Dtect leitet sich vom englischen Begriff Detection ab und beschreibt exakt den Kernnutzen unserer optischen Sensoren. Alle Produkte folgen demselben Grundgedanken: einfach zuverlässig. Sensorik steht für direkt und ohne Software nutzbare Geräte, die klar, sicher und schnell ein einfaches Schaltsignal liefern. Dtect Presence, Dtect Color, Dtect Distance und Dtect Object 3D bilden gemeinsam eine klare, strukturierte Familie.
Was bedeutet das für bestehende Produkte?
Alle Produkte behalten ihre bekannten Eigenschaften und Funktionen. Wir verändern nicht, was sich bewährt hat. Der Rahmen wird jedoch übersichtlicher und einheitlicher, wodurch die Auswahl erleichtert wird und Kunden sich besser zurechtfinden.














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