Annotation der Proben
Die Proben können nun annotiert werden, d.h., die unterschiedlichen Bruchflächenbereiche werden markiert und bestimmten Bruchbildarten zugeordnet. Dies kann per Hand mit dem Annotation Tool oder mit einer automatischen Vorhersage erfolgen. Das Annotation Tool erlaubt es, das Bild mit Hilfe benutzerdefinierter Sets zur Klassifizierung (Labels: CF, AF, SCF…) gemäß ihrer Bruchbildarten zu markieren (Bild 3). Die Markierung der Probe wird parallel in den Höhen- und den Oberflächenbildern vorgenommen. Zeigerposition und Markierung werden zeitgleich in den Höhen- und Oberflächenbildern sowie in der 3D-Grafik dargestellt. So kann die Probe in der Ansicht annotiert werden, in der es am einfachsten ist, die Bruchbilder zu identifizieren.
Ein Algorithmus verwendet dann die vorab markierten Merkmale, um die Ergebnisse für die gesamte Probe zu berechnen. Bereits wenige Marker reichen aus, um eine Vorhersage zu treffen. Signifikante Merkmale aus allen vier Aufnahmen tragen hierzu bei und führen zu einer gemeinsamen Beurteilung. Das gesamte Bild ist nun gemäß den vorab definierten Labels in die verschiedenen Bruchbildarten unterteilt. Die Software bietet mehrere Auswertemöglichkeiten wie z.B. Histogramme und Heatmaps, um die Qualität des Ergebnisses zu beurteilen. Alle Ergebnisse können protokolliert und relevante Daten in einer Datenbank gespeichert werden. Annotierte Bilder können auch als Trainingsset verwendet werden, um den ML-Algorithmus zu trainieren. Nach Abschluss des Trainings kann der Algorithmus gespeichert werden und später im Prozessmodus geladen und verwendet werden, um die ML-basierte Bruchflächeninspektion zu nutzen.
Auswertung in 2,5sec
Das System scannt beliebige Proben in einem Feld der Größe 45x200mm2 in unter 45sec und berechnet die Höheninformation in etwa 20sec. Abhängig davon, wie gut sich beide Bruchpartner anhand von eindeutigen Merkmalen relativ zueinander ausrichten lassen, dauern Drehen und Ausrichten von acht Proben zwischen 30sec und zwei Minuten. Bei einer manuellen Auswertung für den Laboreinsatz (und die Trainingssets) ist die Zeitdauer abhängig von den Anwendenden, der gewünschten Genauigkeit sowie der Anzahl und Identifizierbarkeit der Bruchflächenbereiche. Im Allgemeinen kann die Auswertung zwischen einer und fünf Minuten dauern. Im Prozessmodus übernimmt der trainierte Algorithmus die Auswertung der Bilder, nachdem diese ausgerichtet wurden. Bei einer typischen Bildgröße von 900×900 Pixeln benötigt der Algorithmus etwa 2,5sec für die Auswertung einer Probe. Hierbei bestimmen Bildgröße und Prozessorleistung maßgeblich die konkrete Zeitdauer.
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