Lagebericht

Axel Krepil
Axel KrepilBild: Restar Framos Technologies

Herr Krepil, wie sieht derzeit die Lage im Sony-Werk aus?

Axel Krepil: Wir haben gehört, dass sich die Schäden am Sony-Gebäude und in den Produktionsstraßen in Grenzen gehalten haben. Es sollen nur einige interne Leitungen für Infrastruktur (Strom, Wasser, Luft…) betroffen sein und sich ein paar interne Verkleidungselemente gelöst haben. Das Gebäude als solches scheint nicht beschädigt zu sein. Im Vergleich zu 2016, also vor zehn Jahren, als sich so ein ähnlich starkes Erdbeben ereignete und ganze Maschinen umgefallen und beschädigt sein sollen, sind die Schäden heute deutlich geringer.

Das hört sich schon mal positiv an. Wie lange wird die Produktion von Image Sensoren stillstehen?

Im Sony Kumamoto Technology Center, also der Wafer-Fabrikation, startet die teilweise Fertigung bereits wieder Mitte/Ende dieser Woche und die vollen Produktionskapazitäten werden dann wieder Mitte August erreicht.

Welche Auswirkungen hat das auf die Lieferfähigkeit und Lieferzeit der Image Sensoren von Sony?

Die ungeplante Produktionsunterbrechung in der Wafer-Fertigung kann mittelfristig zu etwas längeren Lieferzeiten bei bestimmten Produkten führen. Aber, im Vergleich zu 2016 werden viele Image Sensoren seit Jahren im Back End, also Assembly und Endtest, in Thailand gefertigt. Daher erwarten wir kurzfristig keine Verzögerungen, da das Zwischenlager (Die-Bank) gefüllt sein sollte und somit die geplanten Lieferungen für die nächsten Wochen gesichert sind.

Warum sind derzeit die Lieferzeiten ohnehin so lang bei Sony?

Die Fabrik in Kumamoto ist zu 100% ausgelastet und arbeitet an der Kapazitätsgrenze. Die Aufträge übersteigen deutlich das heutige Produktionsvolumen. Deshalb sehen wir heute Lieferzeiten von 20 bis 28 Wochen je nach Type. Allerdings auch nur dann, wenn diese Mengen bereits so im Forecast und damit in der Produktionsplanung angemeldet waren. Spot-Aufträge ohne Forecast sind schwierig zu bedienen, dort müssen Kunden eher mit sechs Monaten Lieferzeit rechnen. Alle Kunden sind gut beraten, rechtzeitig zu bestellen bzw. entsprechende, langfristige Forecasts abzugeben.