Die Brücke zur Anwendung

Wie setzen Sie individualisierbare Vision-Systeme um?

Behrens: Für wen machen wir diese Individualisierung? Sicherlich nicht für Maschinenbediener, sondern für Maschinenbauer und Integratoren, die eine Vielzahl von Oberflächen programmieren müssen, und diese dann in die Steuerungen integrieren. Wir haben hierfür das Ecosystem AppSpace geschaffen, bei dem wir vorgefertigte Komponenten miteinander verbinden. Ich kann dort meine eigenen Applikationen erstellen und – was neu ist – sie auch auf den Sensoren individualisiert laufen lassen, indem die entsprechenden Oberflächen von den Anwendern erstellt werden.

Furtner: Wir schauen, aus welchen Subteilen eine typische Gesamtapplikation besteht und untergliedern diese dann in einfache Tools, wie z.B. Objekt finden oder Objekt prüfen.

Schmidt: Wir gehen ein Stück weiter und ermöglichen den Anwendern selbst ihre Programme zu erstellen und diese individuellen Lösungen dann direkt in die Kameras über einen FPGA zu integrieren.

Wird Bildverarbeitung durch den Einsatz von FPGAs einfacher?

Schmidt: Das Geheimnis ist natürlich dies nicht über eine VHDL-Programmierung zu machen, sondern über eine einfache FPGA-Programmierumgebung wie z.B. VisualApplets von Silicon Software.

„Eine Parametrierung über OPC Vision wird es uns erlauben, sehr viel schneller komplexe Bildverarbeitungsmodule in die Produktion zu integrieren.“ Dr. Klaus-Henning Noffz, Silicon Software (Bild: Silicon Software GmbH)

Noffz: FPGAs verbinden eine extrem hohe Leistungsfähigkeit mit deterministisch harter Echtzeit. Diese Technologie war allerdings anfangs nicht für die Bildverarbeitung gedacht, sondern die Programmiertools waren für Schaltungsdesign entwickelt und entsprechend komplex. Daher waren FPGAs auch nur von Spezialisten zu bedienen. Wir haben bereits vor zehn Jahren mit VisualApplets eine Hochsprache entwickelt, die eine einfache FPGA-Programmierung ermöglicht und die Sprache der Bildverarbeitung in ein FPGA-Design überträgt. Für diese Anwendersprache brauchen sie keine Hardwarespezialisten, sondern Leute mit einem Bildverarbeitungshintergrund. Von unseren Kunden haben etwa 80 Prozent überhaupt keine Ahnung von FPGAs, können diese aber dank unserer Software nutzen.

Furtner: Applikationsingenieure können sicherlich VisualApplets benutzen. Aber schon für Integratoren, die schnell eine Lösung erstellen müssen, wird es schwierig, wenn sie sich mit Details beschäftigen müssen. Zudem gibt es viele Anwender, die keine Zeit haben sich mit einer neuen Technologie auseinanderzusetzen, da deren Aufgabengebiete ganz woanders liegen.

Munkelt: Heute haben wir FPGAs, aber auch GPUs, die uns nach vorne bringen. Wir müssen sehen, was uns die großen Prozessorhersteller an Werkzeugen in die Hand geben und dafür dann die entsprechenden Werkzeuge erstellen, um damit umgehen zu können.

Wie erklären Sie den Anwendern die Technologie?

Behrens: Dem Anwender ist es letztendlich egal, ob ein DSP, FPGA, CPU oder GPU eingebaut ist. Ihn interessiert letztendlich nur, welchen Nutzen er davon hat. Es muss daher im Ecosystem Blöcke geben, die sich gar nicht als FPGA oder CPU darstellen, sondern einfach benutzt werden und mitlaufen. Die Anwendung muss derart gestaltet sein,

dass man die Feinheiten der Technologien nicht verstehen muss. Das ist die Brücke zur Anwendung.

Furtner: Wir Hersteller müssen die Technik hinter der Oberfläche verstecken. Der Anwender sollte sich nicht mit der Frage auseinandersetzen, welche Technik dahinter steht, sondern nur auf seine Lösung schauen.

Noffz: Was wir brauchen ist eine Standardisierung, um die Vernetzung der Technologien untereinander zu erreichen. Eine Parametrierung über OPC Vision wird es uns z.B. erlauben, sehr viel schneller komplexe Bildverarbeitungsmodule in die Produktion zu integrieren.

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Thematik: inVISION 1 2018
Ausgabe:
Baumer Optronic GmbH
www.baumer.com www.matrix-vision.de www.mvtec.de www.sick.de https://silicon.software www.stemmer-imaging.com

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