Einsatz in Messraum & Fertigung
Bei Batteriezellen sind häufig Partikel, Delaminationen und weitere Defekte zu detektieren. Darüber hinaus lassen sich geometrische Eigenschaften des Elektrodenwickels prüfen. Dazu zählen Deformationen des Elektrodenwickels, Überhänge oder Beschichtungsdicken von Kathode und Anode in Jelly Roll oder Stack, die Stackinggenauigkeit sowie Anodenüberhänge und die Anschlussgeometrie. Aufgrund des sicherheitsrelevanten Einflusses solcher Defekte ist im Automobilbereich oder beim Einsatz in humanoiden Robotern zunehmend eine 100-Prozent-Kontrolle und somit eine extrem kurze Messzeit erforderlich. Bei Mikro-Zahnrädern aus Kunststoff steht die vollständige Erfassung aller Zähne im Vordergrund. Anders als bei vielen metallischen Zahnrädern ist hier häufig die Prüfung sämtlicher Zähne erforderlich. Bewertet werden u.a. Profilformabweichung, Flankenlinienabweichung und Teilung. Mehrfachwerkzeuge mit hohen Kavitätenzahlen erfordern einen entsprechend hohen Prüfdurchsatz. Zusätzlich können Defekte wie Grate oder Lunker detektiert werden. Durch die Möglichkeit der gleichzeitigen Messung mehrerer Werkstücke können z.B. 100 kleine Zahnräder in 1,5 Sekunden pro Werkstück gemessen werden. In der Medizintechnik sind immer enge Toleranzen und eine lückenlose Dokumentation erforderlich. Innenliegende Geometrien von Zahnimplantaten sowie lange Werkstücke wie Knochenplatten mit einigen 100mm Länge, mit komplexen Freiformen und vielen Bohrungen müssen vollständig erfasst werden. Es werden sowohl massengefertigte Implantate als auch patientenspezifische, additiv hergestellte Sonderanfertigungen, z.B. für Gesichtsrekonstruktionen, gemessen. In der Fahrzeugtechnik werden Hydraulikblöcke aus Aluminium für Bremsanlagen geprüft. Die Messaufgabe umfasst die Prüfung der Vollständigkeit der Bohrungen sowie die Messung von Durchmesser, Position und Winkel. Zusätzlich lassen sich Defekte und Späne detektieren. Diese Messungen ermöglichen eine 100-Prozent-Kontrolle und die geprüften Gut-Teile werden ohne manuelle Eingriffe der Verpackung zugeführt.
Prozessfähige Überwachung
Mit zunehmender Automatisierung verschiebt sich der Schwerpunkt von der Einzelmessung zur prozessfähigen Überwachung. Maßgeblich sind Wiederholbarkeit und Absolutgenauigkeit bei kurzer Taktzeit. Ein Geräteaufbau auf der Grundlage der Technologie von KMGs mit Temperaturkompensation, Geometriekorrektur, stabilen Röntgenkomponenten, robuster Rekonstruktion und definierter Auswertung bildet die Grundlage für belastbare Trendanalysen und korrigierende Eingriffe in den Fertigungsprozess. Zur Bewertung werden Messunsicherheitsbestimmungen sowie herkömmliche Kennwerte der Messprozessfähigkeit wie Cg und Cgk, oder weitere Verfahren wie GR&R bezogen auf die Werkstücktoleranz bei definierter Messzeit herangezogen. Die praktische Umsetzung umfasst Messplan, Grenzwerte sowie die Einbindung in die Fertigungs- und Dateninfrastruktur.

















