Tankstellen-Visite führte zu Entwicklungsidee
Die Idee für die Entwicklung des Reifeninspektionssystems ist übrigens im Jahr 2019 entstanden, als der heutige Geschäftsführer und Gründer von TireTech, Bernhard Brain, an einer Tankstelle die Entsorgung von Reifen beobachtete. Nachdem er im Anschluss herausfand, dass die manuelle Reifenentsorgung im Durchschnitt zwei Minuten pro Reifen in Anspruch nimmt, überlegte sich der Maschinenbauingenieur zusammen mit seinem Geschäftspartner und Co-Gründer Karl Staudinger einen visionären Ansatz, wie man eben diesen offensichtlich ineffizienten Prozess mithilfe einer Reifeninspektionsanlage deutlich optimieren könnte. „Mein Vater hat jahrelang Maschinen und Sonderanlagen für die Automobilindustrie entwickelt und ich konnte mein Know-how aus meinem Maschinenbautechnik-Studium miteinbringen. Somit haben wir uns optimal ergänzt“, so Marcel Staudinger, der mittlerweile zusammen mit einem zehnköpfigen Team an diesem Projekt arbeitet.
Reifenklassifikation als größte Hürde
Eine besondere Herausforderung im Rahmen der Entwicklung stellte vor allem das Lesen alphanumerischer Informationen sowie die große Varianz an Reifen dar. Viele Reifenhersteller bringen die Reifeninformationen wie beispielsweise die DOT-Nummer immer an unterschiedlichen Stellen am Reifen an, sodass die Reifeninspektion flexibel gestaltet werden musste. Zudem bestand im Vorfeld eine weitere zeitintensive Aufgabe darin, eine umfangreiche Datenbank für sämtliche zu testende Reifenklassifikationen aufzubauen, um das Objekt möglichst detailliert bestimmen zu können. Neben Profil, Größe und Marke kann TireTech beispielsweise auch bewerten, ob der Reifen eine verstärkte Seitenwand vorweist oder ob dessen Gummi eine bestimmte Klebemasse beinhaltet. Ist Letzteres der Fall, darf der Reifen nicht zu Granulat weiterverarbeitet werden, da die Klebemasse die Zerkleinerungsscheren beeinträchtigt.
Mobiles Inspektionssystem in Planung
Bisher konnte TireTech bereits drei Systeme in Deutschland und in den Niederlanden ausliefern, weitere fünf sind für 2023 geplant. Als nächstes ist eine kompakte Inspektionsstation mit KI-Unterstützung in Planung, die sich an kleinere Betriebe wie Autowerkstätten oder Reifenhändler richtet und bis Ende dieses Jahres auf den Markt kommen soll.

















