Auf den Zahn fühlen

Auf den Zahn fühlen

Hybrid-Computertomograph mit Streifenlichtscanner

Durch die Kombination eines Hybrid-Computertomographen (CT) und optischer Messtechnik für die extraorale Digitalisierung und Qualitätssicherung in der Zahntechnik können dentale Abdruckformen und Materialien bis zu einer Größe von 100mm direkt gescannt werden, ohne ein Gipsmodell anfertigen zu müssen.

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Im HybriDent-CT wird die Außenkontur von einem Streifenlichtscanner
erfasst. Die Innenkonturen, sowie Fehlstellen der
Außenkontur, werden durch die CT-Scan-Daten ergänzt. (Bild: SHR Shake GmbH)

Der SHR HybriDent CT 130 bietet eine reproduzierbare und automatisierte Fertigung von Zahnersatz. Fehler im Produktionsprozess sowie kosten- und zeitaufwendige Nachbearbeitungen des Zahnersatzes werden damit deutlich reduziert. Mit seiner hohen Genauigkeit eignet sich der Scanner hervorragend für die Qualitätssicherung von Zahnersatz, da der produzierte Zahnersatz digital mit dem CAD-Modell verglichen werden kann. Auch eine Materialstrukturprüfung ist möglich. Somit können Produktionsfehler zeitnah entdeckt werden. Außerdem wird die Prozesskette zur Herstellung eines Zahnersatzes verkürzt, indem der dentale Abdruck direkt gescannt werden kann.

Projektansatz

Im neuen CT wird die Außenkontur des Prüfobjekts von einem Streifenlichtscanner erfasst. Die Innenkonturen sowie Fehlstellen der Außenkontur werden durch die Daten aus den CT-Scans ergänzt. Hinterschneidungen sind somit unkritisch. Durch das Zusammenführen der Daten aus beiden Messverfahren entsteht ein hochgenaues 3D-Modell des Prüfobjektes. Mit dem neu zu entwickelnden Hybrid-CT sollen deutliche Verbesserungen bei der CAD/CAM-gestützten Produktion von Zahnersatz erreicht werden. Die für die Entwicklung der neuen CT-Anlage notwendigen Entwicklungsleistungen erforderten eine enge Zusammenarbeit von Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Aufgabe der Hugo Rost & Co GmbH war die Entwicklung des gesamten CT mit der Integration eines Streifenlicht-Projektors. Die Antonius Köster GmbH und Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Frankfurt/Main entwickelten u.a. Musterteile und entsprechende Abformlöffel. Das Zahntechniklabor Bezahnt stellt die Schnittstelle zwischen Entwicklung und praktischen Anwendung des HybriDent-CT dar.

Vorteile des Gerätes

Im Gegensatz zum Ist-Workflow des Herstellungsprozesses eines Zahnersatzes mit CAD/CAM-unterstützten Verfahren wird mit dem HybriDent-CT im Soll-Workflow kein Gipsmodell benötigt. Stattdessen wird der dentale Abdruck direkt gescannt. Dadurch wird zum einen der Gesamtfehler verringert. Zum anderen wird viel Zeit in der Herstellung eingespart, die für die Anfertigung eines Gipsmodells benötigt wird. Der HybriDent-CT ist in der Lage 3D-Aufnahmen von Objekten aus unterschiedlichen Materialien und Formen zu erstellen. Die CT-Messung ermöglicht zudem eine Überprüfung der Materialstruktur im Inneren des dentalen Objektes. Farben, Zeichnungen und Notizen auf dem Scanobjekt können mit dem Texturscan der optischen Messeinrichtung aufgenommen werden. Mit Hilfe einer 3D-Analyse-Software kann die Abweichung des Zahnersatzes zum CAD-Modell quantifiziert werden.

Ausblick

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Technische Daten des HybriDent-CT (Bild: SHR Shake GmbH)

Die Fertigung von Zahnersatz hat sich aufgrund der Forderung nach Kostensenkung im Gesundheitswesen in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Durch den Einsatz von CAD/CAM-Technologie in Dentallaboren können qualitative und wirtschaftliche Vorteile gegenüber der konventionellen Herstellung erzielt werden. Mit dem Hybrid-CT würde sich die Prozesskette und die damit einhergehenden Kosten für die Fertigung von zahntechnischen Restaurationen reduzieren. Eine sinnvolle Erweiterung wäre die Installation einer weiteren Drehachse. Dadurch könnten Objekte ohne manuelle Positionierung vollständig aufgenommen und die Genauigkeit des Scans verbessert werden.



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