Interview mit Michael Engel, Geschäftsführer Vision Components

Interview mit Michael Engel, Geschäftsführer Vision Components

Michael Engel ist der Erfinder der intelligenten Kamera für den industriellen Serieneinsatz. Im Interview spricht er über 25 Jahre Vision Components und die nächste Revolution im Design von Vision Sensoren.

 (Bild: Vision Components GmbH)

(Bild: Vision Components GmbH)

Herr Engel, vor 25 Jahren haben Sie Vision Components gegründet. Wie ist es dazu gekommen?

M. Engel: Vor 30 Jahren hatte Bildverarbeitung einen eher schlechten Ruf: die Technik war zu teuer und aufwendig. In meiner ersten Firma – Engel und Stiefvater – zeigten wir, dass Bildverarbeitung doch funktionieren kann. Wir entwickelten Systeme für die Qualitätskontrolle in der Industrie, basierend auf Prozessoren wie dem Motorola 68000, dem ersten programmierbaren 32-Bit-Rechner. Das waren praktisch Vorläufer der heutigen Embedded Systeme, aber im Vergleich riesig. Unsere Lösungen waren so groß wie die Tower-PCs der 90er Jahre und jede Installation ein aufwendiges Projekt mit hohen Kosten. Das muss auch anders gehen, dachte ich mir damals. Mit dieser Idee einer intelligenten Kamera für die Industrie war der Grundstein für Vision Components gelegt.

Was genau war Ihre Idee und wie haben Sie diese umgesetzt?

M. Engel: Unser Ziel war es, ein Angebot mit deutlich niedrigeren Kosten zu schaffen, das einfach und universell verwendet werden kann. Auf Basis eines DSP wollten wir ein kompaktes System schaffen, das die Steuerung von Bildaufnahme und -wiedergabe per Software ermöglicht. Daraus entstand die VC11, das erste Produkt von Vision Components und die allererste intelligente Kamera für den Serieneinsatz in der Industrie. Wir fokussierten uns auf die Entwicklung und Lieferung der Hardware und arbeiteten mit Partnern für die Systemintegration zusammen, genau so wie heute auch. Die ersten 250 Kameras habe ich noch selbst zusammengeschraubt, um ein Gefühl für den Aufwand und die möglichen Produktionskosten zu erhalten. Die VC11 konnte damals schon fast alles, was eine heutige intelligente Kamera für die Industrie auch auszeichnet.

Ihre Erfindung der ersten intelligenten Kamera für die Industrie liegt 25 Jahre zurück. Was ist seitdem passiert – und was ist die nächste Revolution?

M. Engel: Die VC11 war für viele Anwender ein enormer Fortschritt, von einem großen und aufwendigen System hin zu einer kompakten Kamera mit integrierter Bildanalyse. Viele Hersteller von Vision Sensoren haben unsere Elektroniken und Komponenten als Basis für ihre eigenen Entwicklungen genutzt oder selbst entsprechende Elektroniken entwickelt. Jetzt wollen wir abermals einen Schritt weitergehen: Mit VC picoSmart haben wir gerade das kleinste Embedded Vision System der Welt präsentiert. Sensor und Auswerteeinheit sind komplett auf einer Platine integriert, die gerade einmal so groß ist wie eine Briefmarke. Wir wenden wir uns damit erneut an OEM-Hersteller von Vision Sensoren und bieten Ihnen eine kostengünstige Komponente, mit der Sie Zeitaufwand und Risiko beim Design ihrer anwendungsspezifischen Sensoren einsparen können.

Thematik:
Vision Components GmbH
www.vision-components.de

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