inVISION: Zahlreiche Messen organisieren virtuelle Veranstaltungen. Wie sieht es hier mit der Control 2021 aus?

B. Schall: Das Pandemiegeschehen hat uns alle – Aussteller, Fachbesucher und Messebetreiber – in unseren Handlungsmöglichkeiten und -freiheiten ausgebremst. Aber wir sind nicht vollständig festgesetzt, denn die Möglichkeiten, die bleiben, nutzen wir intensiv und bauen sie permanent weiter aus: die digitale Fachkommunikation und Präsentation von Produkten und Lösungen. Schon im Mai 2020 haben wir gleich nach der Absage der Präsenzveranstaltung Control 2020 die digitale Messe Control-Virtuell aufgebaut. Seither hat sich diese Plattform etabliert. Sie wird sehr gut von den Anbietern und Anwendern angenommen, weil sie den Fachaustausch aufrechterhält. Auch für unsere Motek, Bondexpo, Fakuma und Optatec existieren seit Mitte 2020 virtuelle Marktplätze. Schall macht Messen für Märkte und diese Märkte werden von uns als Dienstleister unvermindert mit Möglichkeiten des Fachaustauschs bedient. Erst recht ist der Markt der Qualitätssicherung aktuell ganz besonders wichtig – zunehmende Automatisierung und Digitalisierung in den industriellen Abläufen, Sicherheitsanforderungen, Hygiene, Nullfehler und Rückverfolgbarkeit sind so aktuell wie noch nie. Die Control-Themen rund um die Mess- und Prüftechnik, Bildverarbeitung und Sensortechnik entwickeln sich rasant weiter. Daher sind und bleiben wir mit der Control als wichtigster Plattform der industriellen Qualitätssicherung ganz dicht am Markt.

inVISION: Welche Möglichkeiten bietet die Control Virtuell für die Nutzer?

B. Schall: Über die virtuelle Messe bleiben Anwender und Hersteller in Kontakt. Mit der thematisch fokussierten Suchmaschine kann der Besucher gewünschte Informationen via Messenomenklatur selektieren. Außerdem kann der User nach Ausstellern und Stichwörtern suchen. Die Messeaussteller bzw. Produkt- und Lösungsanbieter aktualisieren ihre Angebote fortlaufend. Vor allem kann sich der User rund um die Uhr an allen Tagen im Jahr ganz nach seinem Belieben über Produktneuheiten und Dienstleistungen der Anbieter informieren. Er kann auch über eine Webcast-Funktion in relevante Themen tiefer einsteigen. Außerdem kann er mit einer individuellen Anfrage den direkten Austausch mit den Ausstellern initiieren – es lässt sich also unmittelbar ein Geschäftskontakt herstellen.

inVISION: Werden Messen auch nach Corona zweigleisig stattfinden: also real und virtuell?

B. Schall: Virtuelle Marktplätze sind in diesen Zeiten, in denen keine Messen stattfinden und keine Reisen unternommen werden, für unsere Aussteller und Fachbesucher ausgesprochen wichtig und nützlich. Sie sind aber nur vorübergehend ein Ersatz, denn es geht um komplexe Sonderanlagen und Lösungsprozesse, für die Erörterungen im direkten Austausch nötig sind. Die virtuelle Kommunikation genügt hier nicht. Ganz klar ist doch: Alle Beteiligten in unseren Fachbranchen sehnen sich nach dem persönlichen Gespräch auf Augenhöhe. Aber bewährte und sinnvolle virtuelle Tools werden sicher erhalten bleiben. So bin ich fest davon überzeugt, dass die fachlich etablierten Industriemessen ihren Platz in der Realität behaupten und schließlich durch virtuelle Module nutzbringend ergänzt werden.