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„Prozessintegration und Nischenapplikationen bleiben bei der industriellen Bildverarbeitung weiterhin Kerngeschäft der KMUs“, Enis Ersü, Isra Vision AG (Bild: Isra Vision AG)

inVISION: Mit Perceptron und Quiss sind einige Ihrer ehemaligen Marktbegleiter unter dem Dach der Atlas Gruppe zusammengeführt worden. Wie (und wann) wird sich dies für den Mutterkonzern auszahlen?

E. Ersü: Wie Sie wissen, hatte Isra ja auch eine Konzeption für Akquisitionen. Die schrittweise Implementierung der Teilkonzepte wird sehr schnell Effekte zeigen. Auf einer Seite werden sich die Portfolioerweiterungen und -bündelungen in der Automobilindustrie umgehend bemerkbar machen. Gleichzeitig werden die Cross-Selling-Aktivitäten mit einem erweiterten Vertriebsteam weltweit neue Potenziale erschließen.

inVISION: Die Big Player der industriellen Bildverarbeitung waren bis vor Kurzem Isra, Cognex, Vitronic. Heute sehen wir Amazon (Web Services), Intel und Ambarella mit großem Engagement bei diesem Thema. Werden die Vision-KMUs von den globalen IT-Konzernen verdrängt?

E. Ersü: Hier müssen wir stark unterscheiden zwischen den Produkten, die prozessnah oder inline in der Produktion zum Einsatz kommen, und generischen Applikationen mit sehr hohem Marktvolumen. Dieses hohe Marktvolumen wird einen Embedded-Modul-Ansatz mit cloud-based Applikationsportfolio zur Folge haben, das heißt sowohl Hardware als auch Software werden in Form von Plattformstrategien von Unternehmen kommen, die das auch strategisch stemmen können. Prozessintegration und Nischenapplikationen bleiben auch in einem solchen Szenario weiterhin Kerngeschäft der KMUs.

inVISION: Sie haben kürzlich bekannt gegeben, die Firma zu verlassen. Wie wird es bei Isra Vision weiter gehen?

E. Ersü: Nach 36 Jahren Isra werde ich nun zum 30. Juni tatsächlich aus den Diensten der Firma ausscheiden. Mit dem Managementteam haben wir uns auf diesen Termin gut vorbereitet. Isra Vision wird auch in der Zukunft die weltweiten Machine Vision Aktivitäten im Atlas Copco Konzern aus Darmstadt führen. Das neue dreiköpfige Managementteam setzt sich dann aus zwei bekannten Isra Managern Hans Jürgen Christ und Dr. Johannes Giet und einem neuen Managerkollegen aus Schweden – Tomas Lundin, seit August 2020 in Darmstadt bei Isra – zusammen. Ich wünsche dem Isra Vision Team und dem neuen Managementtrio viel Erfolg und eine innovationsreiche Zukunft mit großem Wachstum.



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