Messtechnik in allen Facetten

Zahlreiche Messeneuheiten gab es auf der Control 2025 zu entdecken. Der ScanPort von Zeiss ist z.B. eine kompakte Scanning Lösung, mit der Messobjekte per Halbautomatisierung einfach - ohne zusätzliche Softwareprogrammierung - gemessen werden.
Zahlreiche Messeneuheiten gab es auf der Control 2025 zu entdecken. Der ScanPort von Zeiss ist z.B. eine kompakte Scanning Lösung, mit der Messobjekte per Halbautomatisierung einfach – ohne zusätzliche Softwareprogrammierung – gemessen werden. Bild: TeDo Verlag GmbH

„Die große Überschrift heißt Prozessverbesserung“, so Bettina Schall, Geschäftsführerin der P.E. Schall zur Messeeröffnung. Ein Highlight am ersten Messetag war der erstmalig veranstaltete Control Quality Talk, bei dem Experten von CAQ, Fraunhofer IPA, Matworks, Werth und Zeiss ausführlich die verschiedenen Aspekte von ‚KI für die QS‘ diskutierten und dabei auch über KI als Turbo für Wirtschaftlichkeit und Effizienz sprachen. Die hohe Anzahl der Zuschauer sowie die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zeigten das hohe Interesse an der Veranstaltung. Gesprächsthema am ersten Messetag war aber auch die Übernahme von Faro durch Ametek, wobei der Kaufpreis von 920Mio. USD heftig diskutiert Die 38. Control findet vom 27. bis 30. April 2027 statt, also erst in zwei Jahren.wurde.

Mahr präsentierte sein Streulicht-Portfolio: Der Streulichtsensor OS 500 lässt sich in Maschinensteuerungen einbinden und misst direkt inline.
Mahr präsentierte sein Streulicht-Portfolio: Der Streulichtsensor OS 500 lässt sich in Maschinensteuerungen einbinden und misst direkt inline.Bild: TeDo Verlag GmbH

Messtechnik

Auffallend war, dass dieses Mal deutlich mehr Neuheiten zu taktilen als optischen Messmaschinen zu sehen waren, als bei den letzten Veranstaltungen. ++ Gleich mehrere neue Produkte präsentierte Zeiss (www.zeiss.de. Neben der Koordinatenmessmaschine Spectrum für hohe Performance und Flexibilität, ermöglicht der Multifunktions-CT Metrotom 800 320kV das schnelle Prüfen von Teilen mit hoher Dichte in hoher Auflösung. ++ Premiere feierte die die Koordinatenmessgeräte Serie Maestro von Hexagon (www.hexagon.com). Sie ermöglicht eine einfache Bedienung dank vereinfachter Workflows und cloudbasierter Software. Die KMM ist mit digitalen Sensoren, einem Single-Cable-System und einer neuen Steuerung mit neuer Firmware ausgestattet. Die Serie ist in verschiedenen Größen und Konfigurationen (taktile & Laserscan-Sensoren) verfügbar, sowie einem Digital Rack, das Belegung sowie Zustand und Status der eingesetzten Sensoren kontrolliert. Zudem gab Hexagon eine Kooperation mit ZeroTouch (www.zerotouchmetrology.com) bekannt, um europäischen Kunden über seinen Geschäftsbereich Manufacturing Intelligence hochpräzise, berührungslose Messzellen für schnelle Messungen anzubieten. ++ Premiere feierte das 4-Achs-Messsystem LH Hybrid von Wenzel (www.wenzel-group.com), das hochpräzise Verzahnungsmesstechnik mit der Vielseitigkeit eines KMG vereint. Ein integrierter Drehtisch und ein motorisierter Gegenhalter (Z- und X-Achse, 750mm) ermöglichen die Messung von Verzahnungen, Wellen, rotationssymmetrischen und prismatischen Bauteilen auch bei großen Dimensionen – z.B. hat die LH Hybrid 1210 einen Messbereich von 1.200×2.500×1.000mm. ++ Erstmals in Europa vorgestellt wurde das optische Messgerät QM-Fit mit Touch Bedienung von Mitutoyo (www.mitutoyo.de). Es ermöglicht die automatische Erkennung von Geometrien anhand von CAD-Daten und zeigt Messergebnisse als Overlays an. Offiziell verfügbar soll es ab Herbst sein. ++ Die Dr. Heinrich Schneider Messtechnik (www.dr-schneider.de) präsentierte mit der WMM 1500/2200 Erweiterungen ihrer 3D-Multisensor-Wellenmessmaschinen. Diese decken Messlängen von bis zu 2.200mm sowie einen maximalen Messkreisdurchmesser von 400mm ab. ++ Mit Optocloud bietet Marposs (www.marposs.com) eine Lösung für die berührungslose 3D-Vermessung von Statoren und anderen Bauteilen. Die Software erstellt aus den Sensordaten eine 3D-Punktewolke und rekonstruiert daraus ein 3D-Modell der Werkstücke. Damit sind Messzyklen für z.B. Hairpinstatoren unter 30 Sekunden möglich. ++ OGP (www.ogp-messtechnik.de) präsentierte die Smartscope-m-Serie. Die 3D-Multisensor-Messsysteme sind in vier Systemgrößen mit Messbereichen von 250x150x150mm bis zu 450x600x400mm erhältlich. Herzstück ist das patentierte optische System Intellicentric-m, das über eine feste telezentrische Optik mit einer 20MP-Kamera und einem virtuellen Zoom verfügt. Damit sind Kantenerkennungsgenauigkeiten im Submikrometerbereich möglich. ++ Messehighlight bei Aerotech (www.aerotech.com) war das hochpräzise Mehrachsensystem SMP (Surface Measurement Motion Platform) für Oberflächenanwendungen in der Fertigung optischer Komponenten sowie neue Funktionen der Bewegungssteuerungsplattform Automation1 im Release 2.10. ++ Duwe-3d (www.duwe-3d.de) / Innovmetric (www.innovmetric.com) zeigten erstmals PolyWorks 2025. Mit der neuen Version können große Bauteile automatisch geprüft werden, indem sie Einzelpunktmessung und Flächenscanning-Tools mit Hybrid-Ladar- und Laser-Radar-Plug-Ins kombinieren. Zudem wird die Laserscan-Toolbox um neue Scannermodelle erweitert, die mit Renishaw-Controllern kompatibel sind. Zudem können Anwender nun auf einen DataLoop Core-Server zuzugreifen, der durch einen authentifizierungsfähigen Reverse-Proxy geschützt ist. ++ Visometry (www.visometry.com) stellte mit Twyn 2.4 sein neues Tool für Inspektionen mit einer Augmented-Reality-Objektkontrolle per Tablet vor. Neu ist die Assisted Deviation Detection, die automatisch ein visuelles Echtzeit-Feedback gibt und die Diskrepanzen zwischen dem Objekt und seinem CAD-Modell zeigt, auch wenn keine Datenkonfiguration vorausging.

Premiere feierte die die KMM-Serie Maestro von Hexagon. Sie ermöglicht eine einfache Bedienung dank vereinfachter Workflows und cloudbasierter Software.
Premiere feierte die die KMM-Serie Maestro von Hexagon. Sie ermöglicht eine einfache Bedienung dank vereinfachter Workflows und cloudbasierter Software.Bild: TeDo Verlag GmbH

3D-Scanner

Das Prafs-System von Protos-3D (www.protos-3d.de) ersetzt herkömmliche, starre Vorrichtungen durch digital gesteuerte Roboter-Auflagen in der Zeiss ScanBox. Dadurch lassen sich Bauteile ohne mechanischen Umbau positionieren und messen. Die neuen Varianten 2410 und 2414 sind auf Bauteilgrößen von bis zu 1.000 bzw. 1.400mm ausgelegt. Sie arbeiten mit vier Robotern und einem integrierten Visionsystem, das die Bauteilumrisse und die Geometrie auf einem Bildschirm projiziert. Eine manuelle Justierung entfällt. ++ Der ScanPort von Zeiss (www.zeiss.de ist eine kompakte Scanning-Lösung, mit der Messobjekte per Halbautomatisierung einfach gemessen werden. Die drei Achsen erfassen jedes Detail kleiner bis mittelgroßer Bauteile, ohne zusätzliche Softwareprogrammierung. Das Gerät ist mit den 3D-Scannern Atos Q und Gom Scan 1 kompatibel, und ermöglicht Messabläufe per Knopfdruck zu standardisieren. ++ Shining 3D (www.shining3d.com) präsentierte den 3D-Scanner OptimScan Q12. Herzstück sind vier 12,3MP-Kameras, die Oberflächenmerkmale mit einer Genauigkeit von bis zu 0,005mm erfassen. Der Scanner unterstützt sowohl kleine (160×110mm) als auch große (430×300mm) Scanbereiche. ++ Faros (www.faro.com) neuer 3D-Scanner Leap ST hat fünf Betriebsmodi. Diese umfassen sehr schnelles Scannen, hochaufgelöstes Scannen, Photogrammetrie, Tieflochscannen sowie großflächiges Scannen. Die Firma hat die Produkteinführung mit einem Update der CAM2-Software verbunden. Diese umfasst auch fünf Versionen, und bietet Optionen für Scan- und Tastgeräte sowie einen Hybridansatz, der das Messen und Scannen für Lösungen wie den Faro-Arm mit Laserliniensonden integriert. ++ Der Leica Absolute Tracker ATS800 von Hexagon (www.hexagon.com) feierte seine Live-Premiere. Er kombiniert Lasertracking und Laserradar für detailgenaue Messungen auch aus großen Entfernungen. ++ API (www.apimetrology.com) stellte den portablen Integrated Laser Tracker iLT mit einer 8MP Kamera vor. Mit nur 4,9kg reduziert er das Gewicht der Vorgängermodelle um 50%. Zwei Modelle sind erhältlich: das Basismodell iLT und das Hochleistungsmodell iLTx mit einem linearen Messbereich bis zu 80m. ++ Die Applicator Gun von Aesub (www.aesub.com) ist ein Werkzeug zur Platzierung von Referenzpunkten auf großen Oberflächen. Im Vergleich zum manuellen Anbringen reduziert sich damit die Zeit um über 80%. Durch einfaches Betätigen des Abzughebels werden die Referenzpunkte aufgebracht, sogar mit Handschuhen.

Erstmals zeigte die Wenzel Group das 4-Achs-Messsystem LH Hybrid, das hochpräzise Verzahnungsmesstechnik mit der Vielseitigkeit eines KMG vereint.
Erstmals zeigte die Wenzel Group das 4-Achs-Messsystem LH Hybrid, das hochpräzise Verzahnungsmesstechnik mit der Vielseitigkeit eines KMG vereint.Bild: TeDo Verlag GmbH

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