Virtuelles Spannen von Kunststoff- und Blechbauteilen

Virtuelles Spannen von Kunststoff- und Blechbauteilen

Virtual Clamping simuliert in der GOM Inspect Suite das Spannen von Bauteilen und ermöglicht, mithilfe der Daten des realen Bauteils im ungespannten Zustand den gespannten Zustand zu errechnen.

 (Bild: GOM GmbH)

(Bild: GOM GmbH)

Das Modul Virtual Clamping in der GOM Inspect Suite erweitert das Einsatzspektrum des virtuellen Spannens auf Anbauteile wie Türen oder Klappen für Fahrzeuge. Außerdem können die Nutzer auf einer Reportseite sowohl den spannungsfreien Zustand als auch den gespannten Zustand darstellen, ohne dass zweimal gemessen werden muss. Bei gängigen Formgebungsverfahren wie Spritzguss und Blechumformung entstehen bei den Bauteilen Abweichungen zur Soll-Vorgabe. Um diese Abweichungen beim Messen auszugleichen und die Einbausituation zu simulieren, mussten Bauteile bislang aufwendig in Messvorrichtungen eingespannt werden. Mit den Spannvorrichtungen werden die Bauteile in eine Zwangsposition gebracht. Ziel ist es dabei, die Einbausituation zu simulieren und den Verzug oder Aufsprung auszugleichen, der durch das formgebende Verfahren entstanden ist.

Die Konstruktion und Herstellung solcher Spannvorrichtungen ist teuer, die einzelnen Messvorrichtungen spezifisch und nicht flexibel einsetzbar. Darüber hinaus entstehen beim händischen Einsatz der Bauteile Ungenauigkeiten, die sich in den Messdaten zeigen. Zudem fehlen die Messdaten an den Spannstellen. In Zukunft kann man dank virtuellem Spannen auf komplizierte Spannvorrichtungen verzichten. Mit dem neuen Modul ist es möglich, vom realen Bauteil im ungespannten Zustand den gespannten Zustand zu errechnen. Das Ergebnis sind Messdaten, die mit dem eingespannten Bauteil exakt vergleichbar sind. Aussagen zum tatsächlichen Verzug oder Aufsprung können zusätzlich getroffen werden, ohne einen weiteren Messvorgang anzuschließen. Eine universelle pneumatische Halterung bietet in Kombination mit einer Gewichtskraftkompensation den entscheidenden Vorteil, dass sogar nicht eigensteife Bauteile unabhängig von der realen Einbaulage gemessen werden können. Kleine Kunststoffteile mit optisch schwer zugänglichen Geometrien werden zunehmend computertomografisch gemessen. Da in dieses Messsystem keine Spannvorrichtung integriert werden kann, leistet das virtuelle Spannen hierbei einen wichtigen Lösungsbeitrag.

Thematik:
GOM GmbH
www.gom.com

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