Autonomer Einkauf

Viras ermöglicht ein barrierefreies Einkaufen. 
Der selbstfahrende Einkaufswagen ist mit drei Stereokameras sowie integrierten Spracherkennungs- und -ausgabefunktionen ausgestattet.
Viras ermöglicht ein barrierefreies Einkaufen. Der selbstfahrende Einkaufswagen ist mit drei Stereokameras sowie integrierten Spracherkennungs- und -ausgabefunktionen ausgestattet. – Bild: OST – Ostschweizer Fachhochschule

Selbständig einzukaufen ist ein großes Bedürfnis von blinden und sehbeeinträchtigten Menschen. Mit Viras (Visually Impaired Robot-Assisted Shopping) entwickelt das ILT in Zusammenarbeit mit vier Schweizer Blindenverbänden ein technisches Assistenzsystem, das sehbeeinträchtigten Kundinnen und Kunden das eigenständige Einkaufen im Supermarkt ermöglicht. Entwickelt wird ein selbstfahrender Einkaufswagen, der die Betroffenen durch das Geschäft navigiert und sie zu den gewünschten Produkten führt.

Die Anforderungen an einen Einkaufswagen für blinde und sehbehinderte Personen definieren sich aus den Herausforderungen, mit denen die Betroffenen konfrontiert sind. Die wichtigste und zugleich anspruchsvollste Hürde beim Einkaufen ohne fremde Hilfe ist das Auffinden der Produkte im Regal. Insbesondere bei Änderungen des Sortiments und der Produktplatzierung haben die Betroffenen erhebliche Schwierigkeiten, das gewünschte Produkt zu finden. Zusätzlich erschwert die ungleichmäßige Beleuchtung in Supermärkten die Orientierung. Das Wiegen von Gemüse oder Obst ist nahezu unmöglich, da die Waagen ohne ausreichendes Sehvermögen nicht bedient werden können. Eine weitere Schwierigkeit stellt das Auffinden der Kasse dar.

Viras ermöglicht ein barrierefreies Einkaufen. Der selbstfahrende Einkaufswagen ist mit drei Stereokameras sowie integrierten Spracherkennungs- und Sprachausgabefunktionen ausgestattet. So kann der Nutzer ohne Hilfe von anderen zu den gewünschten Produkten geführt werden. Unterwegs erkennt das System Hindernisse oder andere Kundinnen und Kunden und weicht aus. Die Stereokameras am Wagen dienen dabei nicht nur der dreidimensionalen Kartierung des Supermarkts, sie identifiziert auch die Produkte sowie die Hand des Benutzers und leitet durch akustische Anweisungen zum gewünschten Produkt. Für die Erkennung des gesuchten Produkts wird KI eingesetzt. Durch diesen Ansatz ist es nicht notwendig, den Barcode des Produkts zu scannen. Die Produkte werden unabhängig von ihrer Ausrichtung im Regal zuverlässig detektiert. Sollte ein Regal leer sein, wird der Kunde informiert. Ein Prototyp des Viras-Einkaufswagens wird in der Migros Filiale Hinwil getestet. In der Weiterentwicklung sollen Funktionen zur Warenbestandskontrolle implementiert werden. Dazu zählt die Möglichkeit, die Produktverfügbarkeit in Echtzeit abzurufen.

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