Günstige ToF Alternative

Können Sie uns ein paar technische Daten dieser Kameras nennen?

 (Bild: Stemmer Imaging AG)

„Die RealSense-Module liefern eine ähnliche Genauig-keit wie ToF-Kameras, allerdings zu einem erheblich günstigeren Preis.“
Mark Williamson, Stemmer Imaging (Bild: Stemmer Imaging AG)

Williamson: Die RealSense D400-Serie ist modular, weshalb Entwickler flexibel entscheiden können, was für ihre jeweilige Anwendung erforderlich ist. Alle Module liefern bis zu 90 3D-Bilder/sec in VGA-Auflösung und 30fps mit einer Auflösung von 1.280×720 Bildpunkten bei Arbeitsabständen von 0,2 bis über 10m. Dabei sind zwei unterschiedliche Konfigurationen verfügbar: Die Version mit Rolling Shutter bietet ein Field-of-View von 69,4° horizontal und 42,5° vertikal. In der Global Shutter-Variante ist der Arbeitsbereich etwas größer und deckt 91,2° horizontal und 65,5° vertikal ab. Entwickler haben die Wahl zwischen einem passiven Stereo-Tiefensensor, oder als Option einen zusätzlichen IR-Projektor, der die Erkennung auch von flachen Objekten ohne Textur ermöglicht. Als weitere Möglichkeit ist eine zusätzliche Full HD-RGB-Kamera mit Rolling Shutter verfügbar. Als Schnittstelle kommt USB 3.0 zum Einsatz. Die Tiefen-Genauigkeit ist im Messbereich bis 4m mit 2% spezifiziert.

Bei Intel RealSense denke ich eher an ein ´Spielzeug´ wie z.B. eine Kinect, als an eine industrietaugliche Kamera. Kann man diese Geräte in industriellen Umgebungen einsetzen?

Williamson: Die Kinect war tatsächlich als reine Konsumer-Technologie für den Spielemarkt ausgelegt. Die RealSense D400 wurde hingegen als OEM-Modul für die Integration in viele unterschiedliche Produkte und Märkte entwickelt. Die Kameraversionen verfügen über ein Gehäuse aus Aluminium, das etwa so robust ist wie das einfacher Industriekameras, und eignen sich für Anwendungen mit kleineren Stückzahlen. Für den Einsatz in rauen Industrieanwendungen ist es aber erforderlich, die RealSense-Produkte in robustere Gehäuse einzubauen.

Für welche Zielgruppen sind die Kameras ausgelegt?

Williamson: Aus unserer Sicht eignen sich diese Produkte für viele Anwendungen in Bereichen, in denen bisher kaum traditionelle Bildverarbeitung zum Einsatz kommt, wie z.B. in der Maschinensicherheit, bei der Erkennung von verdächtigen Objekten, bei der Interaktion von Mensch und Maschine, der autonomen Navigation von Drohnen, im Bereich der Servicerobotik, z.B. Staubsaugerroboter, oder auch im Einzelhandel beim Thema Digital Signage. Es gibt aber auch denkbare Anwendungen im traditionellen Industrieumfeld, z.B. beim robotergestützten Palettieren oder bei der Konturerkennung von Objekten. Die RealSense-Technologie eignet sich allerdings nicht für Anwendungen, in denen akkurate Messergebnisse gefordert sind. Für diese Aufgabenstellungen haben wir andere Produkte.

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Thematik: inVISION 1 2018
Ausgabe:
Stemmer Imaging AG
www.stemmer-imaging.de

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