
In der industriellen Bildverarbeitung wird die Leistung oft weniger durch Kameras oder Algorithmen als vielmehr durch die zugrunde liegende Systemarchitektur eingeschränkt. Herkömmliche 2D-Visionsysteme basieren in der Regel auf komplexen, komponentenbasierten Architekturen. Kameras sind mit externen PCs, mehrschichtigen Softwareumgebungen und anwendungsspezifischen Integrationen verbunden. Dieser Aufbau erfordert regelmäßige Wartung und ein intensives Management der Hardware. Latenzzeiten, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit werden so schnell zu Risiken für die gesamte Architektur. Für Ingenieure, die für die Systemverfügbarkeit, Wiederholgenauigkeit und langfristigen Support verantwortlich sind, wiegen diese Nachteile schwer. Die neuen Gocator 2D-Smartkameras von LMI Technologies adressieren daher genau diese Punkte. Das System verändert grundlegend, wo die Inspektionslogik und -verarbeitung stattfindet. Anstatt die Datenverarbeitung nach außen zu verlagern, konsolidiert die Kamera die Bildaufnahme, Auswertung und Inspektion direkt im Gerät. Ein dedizierter PC wird dadurch überflüssig und die Komplexität des Systems erheblich reduziert. Die Verlagerung der Rechenleistung On-Edge ermöglicht eine deterministische Leistung und eine einfache Bereitstellung. Das Ergebnis ist eine wartungsfreundliche Vision Architektur, die perfekt zu den Anforderungen der industriellen Automatisierung passt.

Für wen Gocator 2D entwickelt wurde
Die smarten Gocator 2D-Kameras sind für Produktionsumgebungen konzipiert, in denen Visionsysteme eine schnelle Bildgebung liefern und über lange Lebenszyklen hinweg skalierbar und zuverlässig arbeiten müssen:
- Endanwender und Hersteller profitieren von einer flexiblen Plattform, die mit den Anforderungen der Produktion mitwächst. Durch den Verzicht auf externe PCs sinkt die Komplexität, während die Leistung der Inspektion erhalten bleibt. Das vereinfacht den Betrieb sowohl an einzelnen Stationen, als auch bei Einsätzen in mehreren Produktionslinien oder Werken.
- Systemintegratoren und Steuerungsteams bietet die Plattform vor allem eine schnelle Implementierung und Wiederholbarkeit. Architekturen ohne PC vereinfachen das Design der Schaltschränke. Dank der Konfiguration über den Browser lassen sich Inspektionen in wenigen Stunden in Betrieb nehmen, validieren und auf andere Zellen übertragen. Das zeitintensive Management von Betriebssystemen entfällt dabei komplett.
Für bestehende Nutzer der Gocator 3D-Sensoren vergrößern die Gocator 2D Kameras den Spielraum bei der Inspektion innerhalb der vertrauten GoPxL Plattform. Die Lösung ermöglicht es, schnelle 2D-Prüfungen der Oberfläche, Label-Verifizierungen und das Lesen von Codes nahtlos in bestehende 3D-Messabläufe zu integrieren. Da die Softwareumgebung, die Job-Struktur und das Modell der Integration identisch bleiben, können Hersteller optische Qualitätskontrollen und präzise Maßprüfungen auf einer einzigen Linie kombinieren. Dies geschieht ohne den Aufwand für neue Plattformen oder zusätzliche IT-Ressourcen. In jedem Szenario liegt der Vorteil in der Struktur: Weniger Komponenten bedeuten weniger Fehlerquellen und ein konsistentes Verhalten von der ersten Installation bis zum Rollout. Edge Verarbeitung direkt in der Fertigung
Die Gocator 2D-Kameras vereinen industrielle Bildverarbeitung und Edge-KI in einem kompakten und lüfterlosen Gehäuse mit Schutzklasse IP67. Basierend auf dem Nvidia Jetson Orin NX und ausgestattet mit der GoPxL IIoT-Bildverarbeitungssoftware erfasst jede Kamera Bilder, führt Prüflogik aus und gibt die Ergebnisse direkt auf dem Gerät aus. Die Daten müssen nicht an externe Rechner übertragen werden und benötigen keine Cloud. Die Latenz bleibt lokal und ist exakt auf den Takt der Linie abgestimmt. Dieser Ansatz vereinfacht das Systemdesign und erhöht die Zuverlässigkeit im Betrieb. Die Kameras werden direkt am Prüfpunkt montiert und per Browser eingerichtet. Einmal installiert, arbeiten sie als autarke Knoten, die über Produktionslinien hinweg mit wiederholbarer Leistung dupliziert werden können.

Inspektion unter realen Bedingungen
Die Kameras sind für die zuverlässige Inspektion im Dauereinsatz bei hohen Geschwindigkeiten gebaut und unterstützen die Fehlererkennung bei Kratzern, Verunreinigungen und fehlenden Komponenten. Darüber hinaus ermöglichen sie die Lokalisierung von Merkmalen auf dicht bestückten Baugruppen sowie kalibrierte Maßmessungen in realen Einheiten. Zu den weiteren Funktionen gehören das Lesen von OCR-, Data-Matrix- und Barcodes, die Farbrevision unter schwierigen Lichtverhältnissen sowie die Bildklassifizierung unter Verwendung trainierter KI-Modelle zur automatischen Erkennung und Sortierung von Merkmalen anhand visueller Muster. Die Bildgebung mit bis zu 84fps gewährleistet auch bei sich schnell bewegenden Bauteilen und reflektierenden Oberflächen eine hohe Genauigkeit. Image Sensoren mit bis zu 12MP garantieren scharfe Bilder auch bei Vibrationen. Die integrierte Beleuchtungssteuerung und industrielle E/A reduzieren zudem die Abhängigkeit von externen Komponenten.
Inspektionslogik ohne Softwareaufwand
Das Herzstück des Systems ist die GoPxL Software, eine browserbasierte Bildverarbeitungsumgebung, die direkt auf der Kamera läuft. Ingenieure können auf vollständig voreingestellte Inspektionspipelines zugreifen und diese einsetzen und dabei herkömmliche Bildverarbeitungswerkzeuge und KI-basierte Analysen in einem einzigen Workflow kombinieren. Kantenerkennung, Blob-Analyse, Musterabgleich, Messung, OCR und Anomalieerkennung können ohne Programmierung sequenziert und abgestimmt werden. Bildvorverarbeitung und mathematische Werkzeuge verbessern die Signalqualität und Konsistenz, bevor die Inspektionslogik angewendet wird. Training, Validierung und Inferenz erfolgen direkt auf dem Gerät unter Verwendung von realen Produktionsdaten. Dadurch entfallen Cloud-Übertragungen oder separate Recheninfrastrukturen, und Änderungen an der Inspektion können vorab getestet und implementiert werden. Für komplexe Aufgaben bietet das Python GDK volle Flexibilität für eigene Logik und KI-Frameworks.

Nahtlose Integration und Skalierbarkeit
Die Gocator 2D-Smartkameras fügen sich direkt in aktuelle Automatisierungsumgebungen ein. Dies gelingt durch die native Unterstützung von Trigger-Eingängen, digitalen Ausgängen sowie Protokollen wie EtherNet/IP, Profinet und Modbus. Auch die Archivierung über FTP oder PC wird unterstützt. Inspektionsergebnisse lassen sich so in Echtzeit mit einer SPS oder Robotern austauschen. Der Ausbau der Kapazitäten folgt dem Prinzip: Eine Prüfung wird einmal validiert und anschließend durch das Kopieren der Job-Dateien auf andere Stationen übertragen. Ein Neuaufbau des Systems ist somit nicht erforderlich. Das Lizenzmodell ist dabei dauerhaft und transparent gestaltet. So vermeiden Unternehmen komplizierte Abonnements, die oft die langfristige Bereitstellung und die Planung der Kosten erschweren.
Plattform für 2D- und 3D-Inspektionen
Als Teil einer einheitlichen Plattform arbeitet die Gocator 2D nahtlos mit den Gocator 3D-Sensoren und GoMax Accelerator zusammen. Das ermöglicht Anwendern die Bereitstellung synchronisierter Prüfprozesse für 2D- und 3D-Aufgaben. Ob Oberflächeninspektion oder die Analyse von Form und Höhe: Alle Funktionen laufen ohne externe Software-Schichten nebeneinander ab. Hersteller meistern so die Herausforderung komplexer Prüfaufgaben, indem sie den Aufwand für die Systemanbindung senken. Das Ergebnis ist eine lückenlose Qualitätskontrolle direkt in der Linie.
www.lmi3d.com














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