
Als OEM-Sensor – also als Messtechnikmodul für Maschinenhersteller und Systemintegratoren – ist er nicht als eigenständiges Messsystem konzipiert, sondern dafür vorgesehen, direkt in Produktionsanlagen eingebunden zu werden. Technologische Grundlage des Sensors ist die von Bruker Alicona entwickelte Advanced Focus-Variation. Dieses optische Messverfahren ermöglicht die dreidimensionale Erfassung von Form und Oberfläche mit hoher lateraler und vertikaler Auflösung. Ein besonderer Vorteil der Technologie liegt in der Fähigkeit, auch steile Flanken zuverlässig zu erfassen. Messungen sind bis zu Neigungswinkeln von 87° möglich, mit der Erweiterung Vertical Focus Probing sogar darüber hinaus. Dadurch lassen sich auch nahezu vertikale Strukturen, Schneidkanten oder Bohrungsflanken präzise vermessen. Zudem erlaubt die Technologie die zuverlässige Messung unterschiedlichster Oberflächen – von matten Strukturen bis hin zu stark reflektierenden oder polierten Metalloberflächen – ohne zusätzliche Probenpräparation. Ein einzelner Messvorgang kann dabei bis zu 4,6 Millionen Messpunkte erfassen. Mit einem Z-Messbereich von 100mm eignet sich der Sensor sowohl für mikrogeometrische Strukturen als auch für größere Formmerkmale.

Konstruktion für die Integration in Produktionsmaschinen
Bei der Entwicklung des Sensors stand die einfache Integration in industrielle Maschinenkonzepte im Vordergrund. Daher verfügt er über einen modularen Aufbau mit getrenntem Sensorkopf und Elektronikbox. Diese Architektur ermöglicht flexible Einbausituationen innerhalb von Maschinen oder Automationszellen. Der Sensorkopf kann in unterschiedlichen Orientierungen arbeiten, auch über Kopf. Standardisierte mechanische Schnittstellen und robuste Industrieverkabelung erleichtern die Integration in bestehende Maschinenarchitekturen. Die Systemsteuerung erfolgt über einen ControlServer, der Anbindung an Automationssysteme und Robotiklösungen ermöglicht. Gleichzeitig überwacht das System kontinuierlich Umgebungsparameter wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um stabile Messbedingungen auch in industriellen Produktionsumgebungen sicherzustellen.

Grundlage für Closed-Loop Qualitätsregelkreise
Die Integration optischer Messtechnik in Produktionsanlagen eröffnet neue Möglichkeiten für die Prozesssteuerung. Messergebnisse können unmittelbar nach der Bearbeitung ausgewertet und direkt zur Prozessanpassung genutzt werden. Typische Anwendungen sind unter anderem die automatisierte Prüfung von Werkzeugen oder Bauteilen, adaptive Prozesskorrekturen, die Kompensation von Werkzeugverschleiß oder die lückenlose Dokumentation von Qualitätsdaten im Produktionsprozess. Inline-Messtechnik wird damit zu einem integralen Bestandteil des Fertigungsprozesses und ermöglicht eine durchgängige Rückverfolgbarkeit der Qualitätsdaten.
Einsatzmöglichkeiten in der Fertigung
Durch seine kompakte Bauweise und die konsequente Ausrichtung auf OEM-Integration eignet sich der SensorX für zahlreiche industrielle Anwendungen. Dazu zählen unter anderem Werkzeugschleifen und Schneidkantenpräparation, Oberflächenbearbeitung und Finishingprozesse, automatisierte Qualitätsprüfung in Bearbeitungszentren sowie robotergestützte Fertigungszellen. Anwendungen finden sich in der Automobil-, Luftfahrt- und Medizintechnik. Durch die direkte Integration der Messtechnik in Produktionsanlagen wird die Messung selbst Teil des Fertigungsprozesses – ein wichtiger Schritt in Richtung hochautomatisierter und datengetriebener Produktion.

















