Benutzerfreundlichkeit im Fokus

UX Feature #7: Gerätesimulation?

Die Anbindung von (Kamera-) Sensorik und die Kommunikation mit (Roboter-) Steuerungen und übergeordneten Leitrechnern sind wesentliche Leistungsmerkmale eines Bildverarbeitungssystems. Bei der Arbeit im Büro steht die Prozessperipherie jedoch üblicherweise nicht zur Verfügung. Die Software sollte daher flexible Mechanismen bieten, die Konfiguration und Optimierung des Systems auch ohne Vorhandensein der Prozessperipherie durchführen zu können. Im Idealfall lassen sich die unterschiedlichsten Geräte innerhalb der Software mit wenig Konfigurationsaufwand transparent simulieren. Datenobjekte, die innerhalb der Software im Rahmen der Simulation bearbeitet wurden, sollten 1:1 im realen System verwendet werden können und umgedreht.

UX Feature #8: 64Bit?

Mit Speicherproblemen möchte sich heutzutage kein Anwender mehr herumärgern müssen. Bildverarbeitungsapplikationen sind dafür berüchtigt, dass sie einen großen Speicherbedarf haben können. Es kann durchaus sein, dass z.B. der Pattern-Matching-Algorithmus im Hintergrund mehrere Kopien des aktuell bearbeiteten Bildes hält. Auf einer 64Bit-Plattform sollte die Software daher unbedingt als native 64Bit-Anwendung verfügbar sein. Ausreichend Arbeitsspeicher ist hilfreich für die Darstellung einer Echtzeitvorschau, so wie man sie in Bildbearbeitungssoftware für Fotokorrektur und Fotomontage findet. Der Standardbildbetrachter von Windows 10 (Bild 4) zeigt stilvoll, wie man mit aussagekräftigen Icons, einem Minimum an Text und ein paar Preview-Fenstern eine intuitive Bedienbarkeit erzielen kann. Leider findet man solche Vorschaufenster viel zu selten in den Parameterdialogen der hier betrachteten Bildverarbeitungssoftware.

UX Feature #9: Lokalisierung des UI?

Wer mit der Software auf internationale Märkte geht, muss die Anwendung in mehreren Sprachversionen liefern können. Merlic hat mit aktuell neun Sprachversionen hier ganz klar am meisten zu bieten. Dass Texte in unterschiedlicher Sprache bei der Anzeige verschieden lang sein können, muss vom Hersteller berücksichtigt und getestet werden. Darstellungsfehler wie im Dialog in Bild 3 sind zu vermeiden. Die zukünftige Lokalisierung des UI muss von den Entwicklern der Software zu einem frühen Zeitpunkt mitberücksichtigt werden. Idealerweise sind Texte, Icons und Bilder vollkommen separiert vom Rest der Implementierung und können auch extern bearbeitet bzw. weiterverarbeitet werden.

UX Feature #10: Fehlerbehandlung?

Eine gute Fehlerbehandlung verbunden mit aussagekräftigen Fehlermeldungen ist eine wichtige Funktionalität jeder Software. Viele Anwender erarbeiten sich eine Software iterativ über Ausprobieren, daher kommt der Qualität von Fehlermeldungen eine große Bedeutung zu. Zu einer Fehlermeldung gehört bei den üblichen nicht-trivialen Anwendungen im industriellen Umfeld immer auch eine eindeutige Fehlernummer. Eine Fehlernummer schafft Klarheit in der Kommunikation mit dem Hersteller der Software und vermeidet Missverständnisse im Kontakt mit dem technischen Support. Die Fehlerbehandlung einer Bildverarbeitungssoftware lässt sich immer gut testen, indem man mitten im laufenden Betrieb die Verbindung zu angeschlossenen Peripheriegeräten (Sensorik, Kamera, Prozesskommunikation) durch Abziehen des Kabels unterbricht, auch wenn die meisten Vertriebsingenieure über derlei Ansinnen selten begeistert sind. Probieren Sie es trotzdem! Spannend ist, in welcher Form die Software diesen Vorgang im UI protokolliert und welche Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden. Man findet leider auch immer wieder Software, die beim Kappen der Verbindung instabil wird oder sich sogar schlicht aufhängt. Ein erneutes Einstecken des Kabels sollte das System wieder in den ursprünglich stabilen Zustand zurückversetzen.

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Demant Industriesoftware GmbH
www.demantsoftware.com

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