Synthetische Daten gewinnen an Bedeutung

Wo reale Fehlerdaten fehlen, können synthetische Daten eine wichtige Ergänzung darstellen. Ein Beispiel ist die Simulation in der Computertomografie. Aus CAD-Modellen lassen sich gezielt Fehler erzeugen, daraus Röntgenbilder simulieren und anschließend entsprechende Datensätze für das Training generieren. Auf diese Weise lassen sich auch seltene oder schwer reproduzierbare Fehlerfälle abbilden. Die Methode ist allerdings aufwendig und setzt entsprechendes Fachwissen voraus. Synthetische Daten können die reale Produktion daher ergänzen, aber nicht automatisch ersetzen. Gerade bei komplexen industriellen Anwendungen bleibt die Frage entscheidend, wie realitätsnah die erzeugten Daten das tatsächliche Verhalten des Prozesses abbilden.

Veränderte Aufgaben und Qualifikationen

Mit zunehmender Automatisierung verändert sich auch die Rolle des Anwenders. Einfache Tätigkeiten könnten stärker automatisiert werden, während die Kontrolle und Bewertung der Ergebnisse an Bedeutung gewinnt. Daraus ergibt sich die Frage, wie ausreichend qualifizierte Fachkräfte für diese Aufgaben gewonnen und ausgebildet werden können. Die Diskussion zeigt dabei ein Spannungsfeld: KI kann gerade für weniger erfahrene Anwender den Zugang zu komplexen Systemen vereinfachen. Gleichzeitig bleibt Fachwissen erforderlich, um Ergebnisse beurteilen und Fehler erkennen zu können. Damit verschiebt sich die Tätigkeit vom reinen Bedienen einer Maschine zunehmend hin zur Interpretation von Ergebnissen und zur Prozesssteuerung. Auch Berufsbilder dürften sich verändern. Die klassische Trennung zwischen IT-Kompetenz und Fachwissen wird zunehmend problematisch. Gesucht werden Mitarbeiter, die sowohl Prozesse verstehen als auch mit Daten, Software und KI-Systemen umgehen können. Genau diese Kombination ist derzeit noch schwer zu finden.

KI für einfachere Bedienung

Parallel dazu kann KI die Bedienung komplexer Messtechnik vereinfachen. Bei Koordinatenmessgeräten wurde als Perspektive beschrieben, dass künftig eine Handskizze oder ein Bauteilbild ausreichen könnte, um Messmerkmale und Parameter automatisch abzuleiten. Damit sinkt die Einstiegshürde, während die eigentliche technische Komplexität im Hintergrund bleibt. Diese Entwicklung kann insbesondere dort helfen, wo Fachkräfte fehlen. Sie ersetzt jedoch nicht das notwendige Verständnis für die Prozesse und Messaufgaben. Auch einfach bedienbare Systeme müssen von Experten entwickelt, überwacht und qualifiziert werden.

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