Die integrierte Spektralband-auswahl und die Spektrograf-basierte Aberrationskorrektur sollen die Systemintegration vereinfachen. Wie stark reduziert sich dadurch der Aufwand für die Kalibrierung und Inbetriebnahme einer Hyperspektral-Lösung?
Ein wesentlicher Entwicklungsfokus lag auf der Vereinfachung der Integration. Kaleido verfügt über eine integrierte Spektralband-auswahl, eine Spektrograf-basierte Aberrationskorrektur und eine konsistente spektrale Kalibrierung zwischen verschiedenen Kamerasystemen. Dadurch entfällt ein erheblicher Teil der sonst notwendigen Korrektur- und Kalibrierarbeiten vor Ort, was Einricht- und Stillstandszeiten reduziert. Damit entspricht die Kamera mehr oder weniger dem Gedanken von Plug&Play, zumindest im Vergleich zu vielen anderen Systemen. Für den Anwender bedeutet das kürzere Inbetriebnahmezeiten, einfachere Skalierung einer Pilotanlage auf mehrere Produktionslinien und insgesamt ein stabileres Inspektionssystem. Besonders bei größeren Rollouts mit mehreren Kameras profitieren Kunden von der hohen Reproduzierbarkeit der spektralen Daten.
Welche Entwicklungsperspektiven sehen Sie für die Kamera? Ist geplant, die Plattform künftig um weitere spektrale Bereiche, höhere Geschwindigkeiten oder zusätzliche Funktionen zur automatisierten Datenanalyse und KI-gestützten Entscheidungsfindung zu erweitern?
Für uns sind die aktuellen Kaleido-Modelle der Startpunkt einer umfassenderen industriellen Spektralplattform. Unser langfristiges Ziel ist die Weiterentwicklung in Richtung multidimensionaler Bildgebung, bei der räumliche, spektrale und weitere Informationsquellen zu einer gemeinsamen Entscheidungsgrundlage zusammengeführt werden. Darüber hinaus sehen wir großes Potenzial in der Nutzung von KI zur automatisierten Interpretation hyperspektraler Daten. Während heutige Systeme häufig Expertenwissen erfordern, soll die nächste Generation aus den Spektraldaten direkt verwertbare Entscheidungen ableiten. Themen wie automatische Modellerkennung, adaptive Spektralbandauswahl oder KI-gestützte Prozessoptimierung spielen dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig bieten die Plattform und weitere Teledyne-eigene Sensing-Technologien genügend Spielraum für zukünftige Erweiterungen hinsichtlich Geschwindigkeit, Performanceklassen und möglicherweise auch zusätzlicher Spektralbereiche. OptoMedias ultrakompaktes Mini SFF bringt zuverlässige, schnelle Glasfaserverbindungen in Industriekameras der nächsten Generation. ‣ weiterlesen
Fiber Mini SFF für GigE Vision
Hyperspektrale Systeme gelten häufig als komplex und schwer in bestehende Lösungen zu integrieren. Welche Rolle spielen die Unterstützung von GigE Vision und GenICam sowie das Kaleido-Ökosystem bei der Vereinfachung der Systemintegration?
Ein wesentlicher Entwicklungsgrundsatz bei Kaleido war es, hyperspektrale Bildgebung nahtlos in die bestehende Welt der industriellen Bildverarbeitung zu integrieren. Viele Hyperspektralkameras erfordern proprietäre Software-Umgebungen oder spezielle Integrationsschritte. Wir verfolgen bewusst einen anderen Ansatz. Durch die vollständige Unterstützung von GigE Vision und GenICam können Integratoren und OEMs die Kamera mit denselben Werkzeugen, Frameworks und Softwareplattformen einsetzen, die sie bereits aus klassischen Bildverarbeitungsanwendungen kennen. Das reduziert den Schulungsaufwand, verkürzt Entwicklungszeiten und minimiert Integrationsrisiken. Darüber hinaus profitiert Kaleido von einem Ökosystem aus Hyperspektral-Partnern. Anwender erhalten bereits zum Start über ausgewählte Partner Zugang zu bewährten Komponenten wie Vision-Software, Beleuchtungslösungen, Software inklusive KI-Tools und weltweitem Anwendungssupport. Dadurch müssen Kunden nicht selbst eine isolierte Hyperspektrallösung aufbauen, sondern können über unsere Partner beginnend mit der Unterstützung bei der Auswahl einzelner benötigten Hard- und Software-Komponenten bis zu einer vollständig integrierten Turn-Key-Lösung alle Anforderungen abdecken.
















