
Kaleido wurde vollständig innerhalb des Teledyne-Konzerns entwickelt und gefertigt. Was war für Sie der entscheidende Impuls, gerade jetzt eine neue SWIR-Hyperspektralkamera auf den Markt zu bringen?
Georg Schelle: Der wichtigste Impuls war die zunehmende Nachfrage nach einer industrietauglichen Hyperspektrallösung. Hyperspektrale Bildgebung hat ihren Nutzen in Forschung und Pilotprojekten längst bewiesen, die breite industrielle Einführung wurde jedoch häufig durch Komplexität, Kosten und begrenzten Durchsatz ausgebremst. Mit Kaleido wollten wir genau diese Hürden adressieren und Hyperspectral Imaging von einer Spezialtechnologie zu einer produktionsreifen Inspektionslösung machen. Im Mittelpunkt standen dabei drei Anforderungen unserer Kunden: höhere Geschwindigkeit für Inline-Inspektionen, einfachere Integration in bestehende Bildverarbeitungssysteme sowie ein attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis. Da Kaleido vollständig innerhalb von Teledyne entwickelt wurde – vom InGaAs-Sensor über den Spektrografen bis zur Kameraelektronik – konnten wir die Branchen-führende Bildverarbeitungstechnologie von Kaleido gezielt für industrielle Anwendungen optimieren.

In welchen konkreten Punkten unterscheidet sich die Kamera von bisherigen SWIR-Hyperspektrallösungen und wo liegen die größten Kostenvorteile für den Anwender?
Die wesentliche Veränderung besteht darin, dass wir nicht nur eine Kamera entwickelt haben, sondern eine Plattform für die industrielle Hyperspektralinspektion. Viele bestehende Systeme stammen ursprünglich aus Forschung oder Laborumgebungen. Kaleido wurde hingegen von Anfang an für den 24/7-Einsatz in Produktionsumgebungen konzipiert. Ein zentraler Unterschied zu anderen Systemen liegt auch in der gemeinsamen Kombination aus hoher Auflösung, hoher Geschwindigkeit und hoher Empfindlichkeit. Wir sprechen hier von bis zu doppelter Auflösung, vierfacher Geschwindigkeit und zehnfacher Sensitivität gegenüber etablierten Lösungen. Parallel reduziert die vollständige Integration von Sensor, Spektrograf und Elektronik zusammen mit einer standardmäßigen Kalibrierung den Systemaufwand erheblich. Die wirtschaftlichen Vorteile entstehen vor allem durch einen geringeren Integrationsaufwand, reduzierte Anforderungen an die Beleuchtung sowie die Möglichkeit, höhere Materialdurchsätze mit einem einzigen System zu realisieren. Dadurch sinken die Gesamtbetriebskosten pro inspiziertem Produkt deutlich. Nichtsdestotrotz arbeiten wir auch an einer spürbaren Reduzierung der reinen Hardware-Kosten. Lassen Sie sich überraschen, was hier im Laufe des nächsten Jahres noch kommen wird. OptoMedias ultrakompaktes Mini SFF bringt zuverlässige, schnelle Glasfaserverbindungen in Industriekameras der nächsten Generation. ‣ weiterlesen
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Mit bis zu 1.280 Pixeln und Zeilenraten von über 2,3kHz adressiert Kaleido insbesondere Highspeed-Anwendungen. Welche realen Durchsatzsteigerungen lassen sich damit z.B. in der Sortierung oder Lebensmittelinspektion erzielen?
Der konkrete Zugewinn hängt natürlich von der jeweiligen Anwendung ab. Grundsätzlich ermöglichen 1.280 räumliche Pixel und Zeilenraten von über 2,3kHz deutlich größere Sichtfelder oder schnellere Fördergeschwindigkeiten als bisherige Systeme. Kaleido wurde explizit für hochdynamische Sortier- und Inspektionsanwendungen entwickelt, bei denen maximale Materialmengen in Echtzeit bewertet werden müssen. Gerade in der Recycling- und Lebensmittelindustrie bedeutet dies die Möglichkeit, breitere Förderbänder abzudecken oder bestehende Bandgeschwindigkeiten weiter zu erhöhen, ohne auf spektrale Informationen verzichten zu müssen. In der Lebensmittelindustrie können Hersteller höhere Produktionsraten überwachen und gleichzeitig Qualitäts- und Fremdkörperkontrollen direkt im Prozess durchführen. Unser Ziel war es, dass die hyperspektrale Bildverarbeitung nicht mehr der Geschwindigkeitsengpass einer Produktionslinie ist.















