
Ist es für Gründer von Vision-Unternehmen heute leichter als zu Beginn Ihrer Laufbahn?
Horvath: Ich denke, dass es früher einfacher war als heute, das ist sicher eine subjektive Einschätzung. Damals wie heute war die strategische Ausrichtung entscheidend, also der richtige Fokus (welchen Markt möchte ich wie bedienen), die gesicherte Finanzierung des Vorhabens, realistische Erwartungen zum angestrebten Wachstum, das Durchhaltevermögen bei auftretenden Problemen und die Kundenbindung, um nur einige Faktoren zu nennen. Heute kommen noch Punkte wie ausufernde Regularien auf allen Ebenen, Web Marketing insbesondere auch Social Media ist ein Muss, stärkerer globaler Wettbewerb, Fachkräftemangel usw. hinzu, mit denen man als Unternehmer konfrontiert ist. Disruptive Ansätze haben aber auch heute noch gute Chancen schnell Marktanteile zu erobern.
Was sind für Sie die wesentlichen Faktoren für ein erfolgreiches Visionunternehmen?
Horvath: Ein erfolgreiches Vision Unternehmen hat eine gut überlegte und mehrfach geprüfte Geschäftsstrategie, kennt seinen Markt, die Kunden Anforderungen und hat die Fähigkeit diese Anforderungen technologisch und wirtschaftlich zu bedienen. Es hat den richtigen Marktzugang für sein Kundensegment, die nötigen Ressourcen personell wie finanziell und ist in der Lage effiziente Prozesse im Unternehmen zu etablieren um schnell und wirtschaftlich auf wechselnde Anforderungen reagieren zu können. Die Prozesse sind so organisiert, dass der Kunde und die Kundenbeziehung im Mittelpunkt stehen. Ein bisschen Glück bei wegweisenden Entscheidungen hat dabei noch keinem Unternehmen geschadet.
Was sind die wesentlichen Faktoren für ein erfolgreiches Visionsystem?
Horvath: Davon ausgehend, dass die Vision Systeme für die jeweilige Anwendung richtig ausgelegt sind und technologisch die Anforderungen voll erfüllen, bleibt die einfache und klare Bedienung als wichtiger Punkt übrig. Also Usability, Usability, Usability. OptoMedias ultrakompaktes Mini SFF bringt zuverlässige, schnelle Glasfaserverbindungen in Industriekameras der nächsten Generation. ‣ weiterlesen
Fiber Mini SFF für GigE Vision
Was halten Sie von Plug&Play-Ansätzen für Visionsysteme? Wird das jemals funktionieren?
Horvath: Für extrem eingeschränkte bekannte Randbedingungen kann das gehen. Für allgemeine Anwendungen sehe ich das trotz KI noch nicht. Im Rückblick auf fast 40 Jahre Bildverarbeitung, würde ich jedoch niemals nie sagen.
Was war Ihr persönliches Vision Highlight in all den Jahren?
Horvath: Das ist jetzt die schwierigste Frage, ein einziges Highlight kann ich da einfach nicht anführen. Technologisch fand ich die weltweit erste intelligente Profibus Kamera zu meiner Siemens Zeit als Highlight, ebenso wie die 3D-Oberflächeninspektion mit selbst entwickeltem telezentrischen 3D-Sensor bei Octum, um nur zwei zu nennen. Natürlich waren auch Großaufträge im Bereich Automotive oder Pharma prickelnd, das kann sicher jeder im Vertrieb gut nachvollziehen. Spannend war der Einblick in die unterschiedlichsten Herstellungsprozesse in allen Branchen angefangen von z.B. Wurst, Kekse, Schokolade, Spritzen, Pflaster bis hin zu PKW, LKW und Flugzeuge. Das Geschäft international aufbauen zu können, andere Mentalitäten und Kulturen live kennenzulernen war für mich persönlich auch sehr wertvoll.
Haben Sie schon Pläne, wie Sie Ihren Ruhestand verbringen werden?
Horvath: Zuerst mal warten vier Enkelkinder und die Renovierung eines Ferienhauses auf mich. Einige Reiseziele, für die bisher nie genügend Zeit war, stehen auch noch auf dem Plan. Genauso wie das Lernen einer schwierigen Sprache, um auch noch eine geistige Herausforderung zu haben. Die Bildverarbeitung muss zuerst mal zurückstecken, würde mich aber wundern, wenn das für immer so bleiben sollte.















