
Videostreaming ist häufig der erste Schritt zur digitalen Prozessüberwachung. In modernen Fertigungsumgebungen möchten mittlerweile Produktionsverantwortliche auch Prozesse verstehen, Abweichungen erkennen und automatisiert auf Ereignisse reagieren können. Gleichzeitig sollen Systeme einfach integrierbar, sicher und wirtschaftlich skalierbar sein. Besonders deutlich wird dieser Trend bei einer Dark Factory: einer hochautomatisierten Produktion, die rund um die Uhr arbeitet und ohne permanente menschliche Anwesenheit auskommt. In solchen Umgebungen werden Kameras zu zentralen Informationsquellen. Sie beobachten Prozesse kontinuierlich, dokumentieren Ereignisse und stellen die Daten bereit, die für automatisierte Entscheidungen erforderlich sind. Gefragt sind deshalb Lösungen, die weit mehr können als reine Bildaufnahme. Sie müssen Streaming, Aufzeichnung, Ereigniserkennung und Analyse intelligent vereinen – möglichst ohne zusätzlichen Industrie-PC, aufwändige Peripherie oder komplexe Programmierung.

Skalierbare Plattform für Streaming, Monitoring & KI
Moderne Monitoring-Kameras kombinieren Videostreaming, ereignisgesteuerte Aufzeichnung und Bildanalyse in einem einzigen Gerät. Standardisierte Schnittstellen wie Rest-API oder OPC UA ermöglichen die Integration in Maschinen, Leitsysteme und Automatisierungsumgebungen. In Dark-Factory-Konzepten erfassen die Kameras kontinuierlich Bilddaten und reagieren automatisiert auf definierte Ereignisse. Wird eine Abweichung erkannt, kann das System Meldungen erzeugen, Ausgänge schalten oder Aufzeichnungen speichern. Ein Ringspeicher speichert und dokumentiert nicht nur das Ereignis selbst, sondern auch dessen Entstehung. Dadurch gewinnt man eine wertvolle Datengrundlage für Ursachenanalysen und Prozessoptimierungen. Dank skalierbarer Plattformkonzepte können Anwender mit einfachem Streaming und Monitoring starten und die Anwendungsfunktionalität später um KI-basierte Bildanalysen erweitern. Die Bedienung und Systemarchitektur bleiben dabei über alle Kameraklassen hinweg konsistent.
Der eigentliche Mehrwert moderner Edge-Vision-Systeme entsteht nicht durch die Bilder selbst, sondern durch die Informationen über Prozesse, Zustände und Ereignisse, die daraus gewonnen werden. Die Kameramodelle der uEye Live Familie integrieren hierfür KI-Beschleuniger direkt in der Hardware. Die Analyse erfolgt auf der Kamera selbst. Ergebnisse können visualisiert oder an Steuerungs- und IT-Systeme übergeben werden. Gerade bei variablen Produktionsprozessen oder schwer beschreibbaren Fehlerbildern eröffnet KI neue Möglichkeiten. Während klassische Verfahren bei klar definierten Aufgaben weiterhin ihre Stärken ausspielen, kann KI auch komplexe visuelle Zusammenhänge erkennen. OptoMedias ultrakompaktes Mini SFF bringt zuverlässige, schnelle Glasfaserverbindungen in Industriekameras der nächsten Generation. ‣ weiterlesen
Fiber Mini SFF für GigE Vision
KI muss einfach nutzbar sein
Der Erfolg industrieller KI entscheidet sich allerdings nicht am neuronalen Netz selbst. Entscheidend ist, wie einfach sich die Technologie in bestehende Prozesse integrieren und produktiv einsetzen lässt. Viele Unternehmen möchten KI nutzen, ohne Anwendungsentwickler, Visionspezialisten oder KI-Experten werden zu müssen. Deshalb stehen für typische Anwendungsfälle vorgefertigte Vision Apps bereit, die direkt auf der Kamera ausgeführt und über das Webfrontend konfiguriert werden. Die Apps bilden die Grundlage für einen modularen Embedded-Vision-Workflow. Für spezifische Aufgaben lassen sie sich mit trainierten neuronalen Netzen erweitern. Apps und Modelle werden über die Weboberfläche hochgeladen, konfiguriert, mit Kameraschnittstellen verknüpft und aktiviert. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit dem KI-Technologiepartner Denkweit. Im No-Code-Cloudsystem Denk Vision AI Hub können Anwender neuronale Netze ohne tiefes KI-Know-how trainieren. Die Modelle werden anschließend automatisiert für den integrierten KI-Beschleuniger der uEye-Live-Kameras optimiert und als kompatible Vision App bereitgestellt. Ausführungszeiten im niedrigen Millisekundenbereich ermöglichen dabei KI-gestützte Analysen direkt auf der Kamera.
Cyber-Security als entscheidender Faktor
Mit zunehmender Digitalisierung gewinnen Datenhoheit und Cyber Security an Bedeutung. Auch hier bietet die Edge-Verarbeitung klare Vorteile. Streaming, Aufzeichnung, Komprimierung, Verschlüsselung und KI-Auswertung finden direkt auf der Kamera statt. Sensible Bilddaten müssen das System nicht verlassen. Die lokale Verarbeitung reduziert Abhängigkeiten von Cloud-Diensten, minimiert Latenzen und unterstützt die Einhaltung von Datenschutzanforderungen. Verschlüsselte Kommunikationsprotokolle, industrielle Hardwarekonzepte und die Berücksichtigung aktueller Sicherheitsanforderungen schaffen zusätzliche Investitionssicherheit.















