Von Offline zu Inline

Presswerk Sindelfingen und Bremen, Daimler AG

In der Daimler AG startete man im Presswerk Sindelfingen im Jahr 2008 mit einer Offline-Anlage als zentralem Auditplatz. Die Zuführung mittels Bändern ermöglicht einen hohen Bauteildurchsatz. In der objektiven Beurteilung von Oberflächenmerkmalen sieht Christoph Schlott, Qualitätsleiter Presswerk, den größten Vorteil der Technologie und verweist ferner auf die zunehmende Anzahl an konvex-konkaven Übergängen in der Bauteilform, die eine manuelle Prüfung mit Abziehsteinen immer schwieriger gestalte. Presswerk Centerleiter Dr. Frank Weber betrachtete von Beginn an die Sindelfinger Offline-Anlage (Anm: auch wenn diese derzeit den höchsten Automatisierungsgrad aller Offline-Anlagen besitzt) als Zwischenschritt zur Inline-Anwendung. Beim InfoForum Oberflächeninspektion 2010 brachte er es auf den Punkt: „Wir haben viel erreicht, aber wir sind noch nicht angekommen, wo ich mit der Technologie hin will.“ Den Weg Richtung Inline-Anwendung im Presswerk verfolgte Dr. Weber konsequent, und im Oktober 2014 weihte er zusammen mit Dr. Josef Altgilbers (Leiter Presswerk Bremen) die weltweit erste Inline-Anlage offiziell ein und präsentierte diese einem großen Fachpublikum. Mittels vier Robotern werden die C-Klasse Außenhautteile im End-of-Line mit ABIS II Sensoren auf Oberflächenfehler geprüft, zum einen in einer Zentralstation (zwischen den Bändern) und zum anderen schwerpunktmäßig am Auslaufband (Bild 1). In der Zentralstation erfolgt stichprobenmäßig die 100%-Überprüfung eines Bauteiles (d.h. gesamte Fläche). Je nach Größe des Bauteils und dem Pressentakt wird jedes sechste bis zehnte Bauteil gesamtflächig kontrolliert. Dies sei ein großer Fortschritt gegenüber der manuellen Prüfung, so Florian Loibl, Verantwortlicher für die Qualitätssicherung im Bremer Presswerk. Bei der schwerpunktmäßigen Prüfung wird jedes Bauteil an definierten kritischen Stellen von den ABIS II Sensoren kontrolliert und für den Werker visualisiert. Falls ein Bauteil nicht in Ordnung ist (N.I.O.-Meldung), wird diese Information an die SPS der Abstapelroboter weitergegeben, d.h. das Teil wird aussortiert.

Presswerk Kuppenheim, Daimler AG

Die nächste Entwicklungsstufe einer Inline-Anlage bestellte die Daimler AG im November 2014 für das neue Presswerk im badischen Kuppenheim (Inbetriebnahme Q1/2016). Dabei kommt es zu einer Kombination aus Inline- und Offline-Anlage, d.h. im Falle einer Produktionspause oder einer einseitigen Abstapelung kann eine Gesamtprüfstation für den Offline-Betrieb genutzt werden. Alle verschiedenen Anlagenkonzepte zeigen, wie Visionen – vom Start als Offline-Lösung bis zur Inline-Lösung – von den Betreibern und Qualitätsverantwortlichen in die Tat umgesetzt wurden, immer mit dem Ziel einer perfekten Oberflächenqualität im Automobilbau.

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www.steinbichler.de

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