Expertenrunde: Überholt USB4 den USB3.2-Standard?

Peripheriekomponenten spielen wichtige Rolle

Dipl.- Ing. Heiko Seitz, Technischer Autor, IDS Imaging Development Systems GmbH

Eine Frage, die nur durch Kenntnis des Einsatzbereichs beantwortet werden kann. Im Bereich der industriellen Bildverarbeitung wurde durch die Ankündigung der neuen USB Spezifikation 4.0 im Jahr 2019 auf jeden Fall keine Lawine losgetreten, und auch seitens der Chip-Hersteller wird es noch einige Zeit dauern, bis USB4 Controller für die Kamerahersteller mit doppelter Datenbandbreite im Vergleich zu USB3.2 zur Verfügung stehen. Woran liegt das?

Wer die hohen Bandbreiten bis 40Gbps nicht benötigt, wird keine USB4-Kameras einsetzen. Heiko Seitz, IDS (Bild:)

Wer die hohen Bandbreiten bis 40Gbps nicht benötigt, wird keine USB4-Kameras einsetzen.

Zum einen ist die Entwicklung von Kameras mit USB3.2-Spezifikation (2013) und möglichen Bandbreiten bis 20Gbps noch nicht mal am Ende angekommen, da selbst dafür noch keine entsprechenden Controller zur Verfügung stehen. Zum anderen geht es nicht darum schnellstmöglich Industriekameras mit USB4 auf den Markt zu bringen, sondern geeignete Gesamtsysteme für jede Leistungsanforderung bei angemessenen Preis-Leistungsverhältnis zur Verfügung zu stellen. Wer die hohen Bandbreiten bis 40Gbps nicht benötigt, wird keine USB4-Kameras einsetzen.

Neben den Bauteil- und Entwicklungskosten solcher High-End-Kameras spielen auch hochwertige Peripheriekomponenten eine wichtige Rolle, um die Geschwindigkeitsvorteile auch nutzen zu können. Auch Steckverbinder, Kabel und Host PCs müssen entsprechend hochwertig verarbeitet sein, und Leistung bereitstellen, um die hohen Datenraten übertragen und auch verarbeiten zu können. Nicht vergessen sollte man auch, dass steigende USB Leistung leider auch mit höherer Verlustleistung durch Abwärme und einer Reduzierung der maximalen Kabellängen einhergeht. Und mit den höheren Betriebsanforderungen schrumpfen die Vorteile der USB Technologie bzgl. Preis und Handhabung gegenüber anderen Highspeed-Interfaces wie beispielsweise GigE. Selbstverständlich werden wir Kameras mit USB4.0-Spezifikation entwickeln, wenn die notwendigen Bauteile zur Verfügung stehen und Anwendungen die hohen Bandbreiten benötigen. USB4-Kameras werden dann das Portfolio ergänzen, aber niemals ersetzen.

www.ids-imaging.de

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